Wohnungsbau für Flüchtlinge: Rat beschließt Prüfung

Der Stadtrat beschloss am Donnerstagabend die Prüfung zweier Grundstücksflächen auf ihre Möglichkeit zur Wohnbebauung.Tim Schmelzer und Ulrich Kalinowski (CDU) kritisierten das Missachten eines gegenteiligen Votums des Springer Ortsrates.

Springe. 

Nun also doch: Trotz der mehrheitlichen Ablehnung im Ortsrat Springe soll eine Fläche an den Bahngleisen am Kalkwerk dahingehend geprüft werden, ob dort Wohnbebauung - auch zur Unterbringung von Flüchtlingen - möglich ist. Dies entschied am gestrigen Abend der Stadtrat mit großer Mehrheit aller Fraktionen. Insbesondere die CDU hatte zuvor erhebliche Zweifel an der Maßnahme geäußert.

Davon war in der Ratssitzung kaum noch etwas zu hören. Ulrich Kalinowski kritisierte lediglich, dass die Empfehlung des Ortsrates "einfach so vom Tisch gefegt" worden sei und betonte, dass die nun in Auftrag gegebene Prüfung der Fläche "kein Freifahrtschein für eine Bebauung" sei.

Einige hundert Meter weiter soll die Prüfung einer zweiten Fläche zeitnah durchgeführt werden. Auch in diesem Fall gab es große Übereinstimmung im Rat. Zwischen der IGS und den angrenzenden Kleingärten könnten - wie auch an der Bahnstrecke - Wohnungen für bis zu 100 Personen entstehen, die zunächst zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden könnten. Die Prüfungsmaßnahmen würden nun laut Fachbereichsleiter Reinhard Schade möglichst schnell durchgeführt.   

Bürgermeister Christian Springfeld erklärte am Abend, dass die Stadt nun bis Ende Juli Zeit hat, die 347 Asylbewerber, die eigentlich bis Ende April bereits aufgenommen werden sollten, im Stadtgebiet unterzubringen.

msa, 18.03.2016, 00:05
Redakteure LON

Kommentare

Christian Springfeld - , 18.03.16 17:42:
Das Votum des Ortsrates wurde nicht "einfach so vom Tisch gefegt" - die Prüfung ob die wenigen (fünf insgesamt) städtischen Grundstücke theoretisch zu Wohnzwecken nutzbar sein könnten betrifft ganz Springe. Deswegen war es richtig, den Stadtrat darüber entscheiden zu lassen. Würden wir auf diesen zentraleren Grundstücken keine Option für den Wohnungsbau haben, würde das automatisch bedeuten, dass wir uns - gegen besseres Wissen vor dem Hintergrund einer guten Integrationsperspektive - auf größere Sammelunterkünfte in Randlagen konzentrieren müssten. Wenn das politisch so gewollt wäre, müsste ich damit leben, aber ob das politisch so gewollt ist entscheidet nunmal der Rat der Stadt Springe. Ich möchte lieber kleinere Einheiten mit normalen Wohnungen in zentraler Lage, die man auch in Jahrzehnten noch gut zu Wohnzwecken nutzen kann, als größere, temporäre Sammelunterkünfte als Ghetto am Ortsrand oder im Gewerbegebiet, die nach wenigen Jahren wieder abgerissen werden müssen.

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