Wahllokale geschlossen: Auszählung läuft

Region. 

Die Wahllokale sind geschlossen, aber jetzt wird ausgezählt: zuerst die Regionsversammlung, dann die Stadt- und Gemeinderäte und am Schluss die Ortsräte. In Wennigsen wird sogar das Jugendparlament heute neu gewählt. Die ersten Ergebnisse werden erst ab etwa 19.20 Uhr erwartet, die letzten Ergebnisse gegen 22 Uhr. Dann steht fest, wie die Parteien und Gruppen abgeschnitten haben - und auch schon, wer künftig in den Bürger-Vertretungen einen Sitz haben wird und wer nicht. Wer am Ende stellvertretender Bürgermeister, Ratsvorsitzender, Ortsbürgermeister oder gar Fraktionsvorsitzender wird, kann erst nach dem 31. Oktober entschieden werden. Denn so lange ist der „alte Rat“ noch im Amt. Erst im November konstituieren

In Barsinghausen, Gehrden, Wennigsen, Ronnenberg und Springe bewirbt sich die AfD auch um die Stadträte. Dieses Ergebnis wird nach den Wahlerfolgen der Partei in den letzten Monaten mit Spannung erwartet. Aber auch das Abschneiden von kleineren lokalen Gruppen wie der AfB und UWG in Barsinghausen, der VGG in Wennigsen, der UWJ und UWG in Pattensen oder der DUH in Hemmingen dürfte interessant werden. Bei den letzten Kommunalwahlen gingen solche Gruppen in der Regel gestärkt aus der Wahl hervor – in der Regel zu Lasten der meisten „Bundestagsparteien“. Aber bei diesen „Dinosauriern“ wir SPD, CDU oder Grüne könnten auch andere Gründe zu einem anderen Abschneiden bei der Wahl führen.

Die Springer SPD könnte – nach der für die Genossen verheerenden Bürgermeisterwahl im letzten Jahr – aufgrund der Krankenhausschließung erneut abgestraft werden. In Barsinghausen gab es für den Kurs der Sozialdemokraten auch nicht immer nur Beifall. In Laatzen sicherte sich die SPD mit Hilfe der Grünen und der Piraten eine Mehrheit im Rat, in Hemmingen verbündeten sich CDU und Grüne bei der Bürgermeisterwahl gegen die SPD. Die Grünen insgesamt profitierten 2011 von den Ereignissen in Fukushima, erzielten Zuwachsraten zwischen sechs und über elf Prozent. Ob dieser damalige Trend auch heute anhält, scheint fraglich. Auch haben Entscheidungen der von SPD und Grünen geführten Regionsversammlung zum Springer Krankenhaus, zu Windkraftanlagen-Vorrangflächen oder zu Landschaftsschutzgebieten nicht nur für Applaus gesorgt. Interessant könnte auch sein, ob die zwischenzeitlich stattgefundenen Bürgermeisterwahlen abfärben. So hat das rot-grün geführte Barsinghausen im Jahr 2013 mit Marc Lahmann einen CDU-Bürgermeister gewählt, in Ronnenberg hat Stephanie Harms 2013 das „rote“ Rathaus für die CDU erobert, das eher CDU-geprägte Gehrden hat 2014 mit Cord Mittendorf einen SPD-Bürgermeister bekommen. Beim Super-Wahlsonntag In Laatzen hat Bernd Köhne (CDU) den SPD-Amtsinhaber Thomas Prinz entmachtet, in Pattensen trat Ramona Schumann von der SPD die Nachfolge von Günter Griebe (erst SPD, dann parteilos) an. Nur in Hemmingen (Claus Schacht, SPD) und Wennigsen (Christoph Meineke, parteilos), blieben bisherige Bürgermeister im Amt. Im Januar 2016 dann trat FDP-Mann Christian Springfeld das tragische Erbe des plötzlich verstorbenen Jörg-Roger Hische (erst CDU, dann parteilos) in Springe an. Ob und inwieweit diese Wahlen Einfluss auf das heutige Wahlergebnis finden, darf abgewartet werden. In wenigen Stunden wissen wir mehr.

hug, 11.09.2016, 18:00
Redakteure LON

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