Vor der Wahl: Diese Ratsmitglieder sind künftig nicht mehr dabei

Wennigsen. 

Am Sonntag sind Kommunalwahlen in ganz Niedersachsen, auch der Wennigser Gemeinderat wird dann neu gewählt. Schon heute ist klar, wer dem nächsten Gemenderat auf keinen Fall mehr angehören wird. Bei der elfköpfigen SPD-Fraktion treten nämlich Oliver Bender, Martina Degenhardt, Katrin Deitermann und Jennifer Hugo nicht erneut an - mehr als ein Drittel der SPD-Ratsmitglieder hört auf. Bei der CDU treten Franz Blazek, der für den verstorbenen Hans-Heinrich Warnecke nachgerückt war, und Fraktionschef Eike Werner nicht mehr an. Die Grünen müssen auf ihre "Youngsters" Malte Gutt und Moritz Thöle-Weimar verzichten, beide hatten bei der Wahl 2011 extrem hohe Stimmanteile für die Grünen geliefert. Und bei der FDP-Fraktion hat der parteilose Dirk Niemann auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Das bedeutet, dass von den 30 bei der Kommunalwahl 2011 gewählten Ratsmitgliedern neun (knapp ein Drittel) auf eine erneute Kandidatur verzichten. Die Gründe haben wir erfragt.

Oliver Bender (47 Jahre, SPD, seit 2011 im Rat): "Grund hierfür ist, dass ich von meiner Partei nicht mehr aufgestellt wurde. Ich hatte mal nebenbei geäußert, dass ich wohl nicht mehr antreten würde, mir aber noch nicht sicher sei. Offiziell gefragt, ob ich weitermachen möchte, wurde ich nie. Jedoch muss ich anmerken, dass ich auch nicht wieder angetreten wäre. Der Grund hierfür liegt in meinen privaten Veränderungen sowie einer beruflich höheren Belastung mit mehrtägigen Dienstreisen, welche es mir immer schwerer machten regelmäßig an Sitzungen teilzunehmen."

Eike Werner (73, CDU, seit 1994 im Rat): "Mit 73 Jahren möchte ich einen wesentlichen Beitrag zur Verjüngung des Rates leisten und Jüngeren Platz machen. Selbstverständlich werde ich aber die Arbeit im neuen Rat - und insbesondere die in den Ausschüssen - als kritischer Beobachter aufmerksam verfolgen. Vielleicht melde ich mich hin und wider mal zu Worte. Im Rückblick ist anzumerken, dass ich mich sehr gern kommunalpolitisch eingebracht habe. Für mich war es eine anspruchsvolle Herausforderung, unsere kleine überschaubare Welt in Wennigsen mitzugestalten."

Martina Degenhardt (58, SPD, seit 2001 im Rat): "Nach der letzten Ratsperiode, die ich phasenweise für sehr schwierig gehalten habe, merke ich, dass die Motivation nicht mehr so stark ist wie am Anfang. Ratsarbeit macht man freiwillig und aus einer gewissen Überzeugung - manchmal macht sie wirklich Spaß, man lernt ganz viel dabei, aber sie ist auch anstrengend und oft hat man das Gefühl, wenig zu bewirken, besonders wenn der Grundkonsens unter den Ratsfraktionen fehlt."

Dirk Niemann (52, FDP-Fraktion aber parteilos, seit 2011 im Rat): "Mein Grund für das Ende mit der aktiven Politik sind berufliche Veränderungen und dadurch wesentlich weniger Zeit, um mich auf die anfallenden Aufgaben vernünftig zu konzentrieren. Ich werde aber das Geschehen weiterhin mit Interesse verfolgen."

Malte Gutt (24, Grüne, seit 2011 im Rat): "Leider ist das Ratsmandat nicht mehr mit meinem Studium vereinbar. Der Zeitaufwand ist vor dem Staatsexamen schlicht zu hoch um der Verantwortung eines Ratsmandates gerecht zu werden."

Jennifer Hugo (29, SPD, seit 2011 im Rat, davor Jugendbürgermeisterin): "Nach 13 Jahren Politik ist es einfach mal Zeit für etwas Anderes. Ich habe meinen Beitrag geleistet und die für mich wichtigen Punkte wie das Jugendhaus und die Skateranlage umsetzten können."

Moritz Thöle-Weimar (24, Grüne, seit 2011 im Rat): "Die Entscheidung gegen eine zweite Wahlperiode ist für mich dadurch gefallen, dass mein Studium 2017 endet und ich nicht ausmachen kann, wo ich dann bin. Daher emfand ich es als nicht richtig, den Wählern gegenüber zu kandidieren ohne Sicherheit zu haben, zumindest einen Großteil der Amtszeit wahrnehmen zu können."

 

 

 

 

 

 

 

 

hug, 09.09.2016, 08:20
Redakteure LON

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