Trotz sinkender Flüchtlingszahlen: Kommunen bleiben auf Kurs

Springe / Pattensen / Laatzen. 

Die Anzahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, ist seit der Schließung der "Balkan-Route" deutlich zurückgegangen. Wie reagieren die Kommunen darauf? In Barsinghausen hat die Verwaltung beispielsweise kürzlich entschieden, statt einer Unterkunft für über 300 Personen zwei Standorte für jeweils 116 Flüchtlinge zu errichten. Doch niemand weiß momentan, wie sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird.

Springe hat bislang nur eine größere Unterkunft für Flüchtlinge. Derzeit überprüft die Stadt zwei Standorte, an denen Wohnkomplexe für je 100 Personen gebaut werden könnten. Im dortigen Rathaus wird das sogenannte "KSG-Modell" favorisiert. Danach sollen keine Massenunterkünfte entstehen, sondern Mehrfamilienhäuser, die zunächst für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden sollen, zu einem späteren Zeitpunkt jedoch als Sozialwohnungen zur Verfügung stehen könnten. "Sozialer Wohnraum wird immer benötigt", sagt Bürgermeister Christian Springfeld im Hinblick auf die langfristige Planung.

In Pattensen wiederum ist die Situation nach wie vor angespannt, da Zuteilungsquoten aus dem vergangenen Jahr in das Jahr 2016 verschoben wurden. Eine erste größere Sammelunterkunft im Stadtgebiet soll in der kommenden Woche offiziell bekanntgegeben werden. "Wir werden unsere bislang ausgearbeiteten Planungen weiter verfolgen", sagt Stadtsprecherin Andrea Steding hinsichtlich der aktuellen Zahlen. Auch die Nutzung städtischer Turnhallen sei weiterhin nicht ausgeschlossen, bleibe jedoch nach wie vor die "Ultima Ratio", so Steding.

Auch die Stadt Laatzen bleibt bislang bei ihren bisherigen Planungen. 30 bis 50 Asylbewerber nimmt die Stadt pro Woche auf. Ab Ende des Monats sollen rund 180 Personen in einem Bürogebäude in der Gutenbergstraße 15 untergebracht werden, in der Pestalozzistraße weitere 60 gegen Ende des Jahres. Für 2017 ist in Rethen der Neubau eines Flüchtlingswohnheims in Rethen geplant. Dort sollen weitere 130 Personen Unterschlupf finden. Des Weiteren sucht die Stadt gemeinsam mit der Region Hannover nach einem weiteren Standort einer Unterkunft in Containerbauweise.

msa, 01.04.2016, 13:33
Redakteure LON

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