Trotz Bedenken: Politik macht Weg für Asyl-Wohnraum frei

Asylunterkünfte: Das "Nicht vor meiner Haustür"-Prinzip dürfe nicht mehr gelten, sagt Uwe Mügge von den Grünen. (Archivfoto)

Springe. 

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für Wohnraum für Flüchtlinge konnte sich die Politik am gestrigen Abend das erste Mal einigen. In einer Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses sowie des Springer Ortsrates sprachen sich die Politiker aller Fraktionen dafür aus, eine mögliche Bebauung an der Jägerallee in der Nähe der IGS und einer Kleingartenanlage prüfen zu lassen - trotz einiger Bedenken seitens der CDU.

Möglich sei auf dem entsprechenden Grundstück eine hochwertige Modulbauweise oder der Bau von Reihenhäuser, die zeitlich befristet als Wohnraum für Flüchtlinge, soäter als sozialer Wohnraum genutzt werden könnten (wir berichteten). Ulrich Kalinowski (CDU) gab zu Bedenken, dass die "Attraktivität der Stadt Springe" unter dem Bau von Wohnraum für Asylbewerber nicht leiden dürfe. Der Wert angrenzender Grundstücke könnte dadurch gemindert werden. Davon geht Rainhard Schade, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt, nicht aus. "Sollten dort Reihenhäuser entstehen, sehe ich dies nicht", sagte er, da es entsprechende Gebäude bereits an vielen Stellen im Stadtgebiet stehen. Auch der Lärmpegel, der durch die Nähe zur Schule entsteht, sei dort nur unwesentlich höher, als an anderen Standorten. Uwe Mügge (Grüne) appellierte, endlich den Weg für die Errichtung von Unterkünften frei zu machen. Das Prinzip "Nicht vor meiner Haustür" dürfe nicht zu einer immer wiederkehrenden Verzögerung führen, sagte er.

Ob und welche Art von Wohnraum an der Jägerallee entstehen wird, steht noch nicht fest. Die Fläche soll erst einmal genau geprüft werden, um einen entsprechenden bebauungsplan zu entwerfen.

msa, 09.03.2016, 08:32
Redakteure LON

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