Rund zehn Prozent der Einwohner sind überschuldungsgefährdet

Von rechts: Jörg Engmann, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Hannover Land, und Schuldnerberater Günter Meyer übergeben des Jahresbericht des Diakonieverbandes an Reinhard Meyer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Barsinghausen.

Barsinghausen / Wennigsen / Ronnenberg / Laatzen / Springe / Region. 

Überschuldung: ein Thema über das kaum gesprochen wird und doch zwischen zehn und zwölf Prozent der Einwohner im Calenberger Land betrifft. „Diese Menschen können ihre Rechnungen nicht mehr störungsfrei oder gar nicht mehr bezahlen“, berichtete Günter Meyer von der Sozialen Schuldnerberatung im Diakonieverband Hannover-Land. Bis zu 180 Ratsuchende bekommen pro Jahr Hilfe bei Günter Meyer und seinen Kollegen. Sie bieten Sprechstunden in Barsinghausen, Ronnenberg, Springe, Laatzen, Wunstorf, Neustadt und Burgdorf an. „Aus wirtschaftlichen Gründen können wir nicht mehr leisten, denn das Angebot der sozialen Schuldnerberatung ist für die Hilfesuchenden kostenlos“, erklärte Jörg Engmann, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Hannover-Land. In akuten Notsituationen wie bei Kontopfändung oder Wohnungsverlust werde den Betroffenen innerhalb weniger Tage geholfen. „Uns liegt jedoch auch daran, die schwierige finanzielle Situation des Einzelnen in Ordnung zu bringen. Auf diese Regulierungstermine müssen die Betroffen allerdings einige Monate warten“, sagte Meyer. Diese Zeit werde meistens genutzt, um alle nötigen Papiere und Unterlagen zusammenzutragen. „Sollten Gläubiger in dieser Zeit pfänden wollen, setzen wir uns auch für einen Pfändungsschutz ein“, so Meyer. Für die Betroffenen sei wichtig, dass sie mit den Sozialen Schuldnerberatern Sachkundige an ihrer Seite haben, die ihnen helfen. „Wie oft hören wir den Satz: „Jetzt kann ich endlich wieder ruhig schlafen.““, berichtete Meyer. Überschuldung trifft Menschen in allen gesellschaftlichen Schichten. Gründe für die Überschuldung liegen häufig in Arbeitslosigkeit, Einkommensreduzierung, Scheidung und Krankheit. „Zudem werden immer mehr Menschen durch die Schulden krank“, weiß der Schuldnerberater. Die Betroffenen gerieten in einen Teufelskreis. „Zum Schluss sind sie einfach ohnmächtig.“

Da die Gründe und die Auswirkungen der Überschuldung so vielfältig sind, nutzt Günter Meyer für die Unterstützung sein engmaschiges Netzwerk. „Wir haben so viele Hilfsangebote, dass die Betroffenen jede erdenkliche Unterstützung bekommen können“, sagte er.Alle Adressen und Telefonnummern der Schuldnerberatungen sind auf dem zweiten Foto über diesem Artikel angegeben.

Von dem Angebot der Sozialen Schuldnerberatung ist auch der Sparkassenverband begeistert und unterstützt die Beratungen bundesweit mit rund 560.000 Euro. Konkret bedeutet dies, dass die Stadtsparkasse Barsinghausen die Schuldnerberatungen im Kirchenkreis Ronnenberg mit 9.700 Euro unterstützt. „Wir halten die Soziale Schuldnerberatung mit ihrem kostenlosen Angebot für eine wichtige Einrichtung“, sagte Reinhard Meyer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Barsinghausen.

Die Sparkasse Hannover unterstützt die Schuldnerberatung in Springe mit 5.100 Euro und in Laatzen mit 9.400 Euro.

bri, 25.10.2016, 12:51
Redakteure LON

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