Regionsfeuerwehr: Imagekampagne zeigt erste Erfolge

Regionsbrandmeister Mensing hält seinen JahresberichtMatthias Düsterwald stellt das Fortbildungsprogramm für (angehende) Führungs kräfte vorGroße Dienstbesprechung mit Funktionsträgern und Gästen im Haus der RegionRegionsdezernentin Cora HermenauBlasorchester des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.VNotfallseelsorger Matthias Stalmann (li.) und Tim Kröger (re.)Impulsvortrag „Social Media“ durch Marcel Nellesen (li.) und Marvin Nowak (re.)

Region. 

Fortbildungsangebote für (angehende) Führungskräfte und „Social Media“ waren Themen der
Führungskräftetagung der 20 Stadt- und Gemeindefeuerwehren sowie 206 Ortsfeuerwehren
der Region Hannover, an der 300 Personen teilnahmen.
Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing konnte den Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehren der Region Hannover und Gästen im Haus der Region in Hannover mit seinem Jahresbericht eindrucksvolle Zahlen vorlegen. 8.830 Einsatzkräfte (+ 165 ggü. dem Vorjahr) stellen in 206 Ortsfeuerwehren den Brandschutz für 627.818 Einwohner der Region sicher. Und das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Auf 71 Einwohner kommt damit ein Feuerwehrmann bzw. eine Feuerwehrfrau. Bei 6.339 Einsätzen, von denen 56% technische Hilfeleistungen waren, sind dies durchschnittlich 17 Einsätze am Tag. Um diesen Standard zu halten, appellierte Mensing an die Politik, sich weiter um die Akzeptanz für Freistellungen bei den Arbeitgebern zu bemühen. Um dem demografischen Wandel zu begegnen, der sich bei den Freiwilli-gen Feuerwehren der Region im hohen Anteil der 30 – 50-Jährigen zeigt, steht die Nachwuchs- und Mit-gliedergewinnung trotz (noch) stabiler Zahlen bei den Einsatzkräften weiter im Fokus. Unterstützt werden sie durch die niedersächsische Imagekampagne „Sag Ja zur Feuerwehr!“, die Mensing ausdrücklich lob-te.
Gute Erfolge zeigt die Imagekampagne wenn sie mit örtlichen Aktivitäten zur Mitgliedergewinnung ver-knüpft wird. Dabei kommen auch zunehmend die Sozialen Medien zum Einsatz, wie die Wunstorfer Feu-erwehrpressesprecher Marvin Nowak und Marcell Nellesen in ihrem Impulsvortrag „Social Media in der Feuerwehr – Chance oder Modetrend“ berichteten. Auch als Informationsmedium für die Bevölkerung bei Großschadenslagen oder im Katastrophenfall haben sich Instrumente wie facebook & Co. bereits be-währt und werden weiter an Bedeutung gewinnen. Die Regionsdezernentin Cora Hermenau ging in die-sem Zusammenhang auch auf das Warnsystem fürs Mobiltelefon „KATWARN“ ein, dass für die Region Hannover im August eingeführt wurde. Ganz aktuell wurden über die Smartphone-App Verhaltensregeln im Zusammenhang mit der Vogelgrippe mitgeteilt.
Im weiteren Verlauf der Sitzung konnte Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing auch von deutlichen Fortschritten bei der Lehrgangszuteilung an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastro-phenschutz (NABK) berichten. Sie stieg von in 2016 von 50 auf 60% und wird für 2017 bei über 70% liegen. Die im Perspektivprogramm 2025 des Landes Niedersachsen beschlossenen Maßnahmen begin-nen zu greifen. Mit den vorgesehenen Beschlüssen zur Einrichtung eines komplett neuen Ausbildungs- und Schulungszentrums in Celle-Scheuen, die in 2 Bauabschnitten ein Investitionsvolumen von insge-samt rd. 80 Mio. Euro vorsehen, werden die Kapazitäten weiter ausgebaut. Vor allem wird damit auch ein Ausbildungsgelände mit realen Einsatzobjekten für eine praxisorientierte Ausbildung geschaffen. Hier hat die engagierte Verbandsarbeit des Landesfeuerwehrverbandes und seiner Mitgliedsverbände, zu denen als größter Einzelverband der Feuerwehrverband Region Hannover e.V. gehört, entscheidend zu beigetragen. Auch dass erstmals Investitionen in die NABK nicht durch Feuerschutzsteuermittel finanziert werden und die damit voll den Städten und Gemeinden als Träger des Brandschutzes für Investitionen in Fahrzeug und Geräte erhalten bleiben, ist ein ganz wichtiges Ergebnis der Lobbyarbeit der Verbände.
Mit einem Fortbildungsprogramm für (angehende) Feuerwehrführungskräfte konnten Karl-Heinz Mensing und der Lehrgangsbeauftragte der Regionsjugendfeuerwehr Matthias Düsterwald (Ronnenberg) ein bei den Freiwilligen Feuerwehren ganz neues Ausbildungsangebot der Regionsfeuerwehr vorstellen. Zu-sammen mit der Volkshochschule Hannover Land werden in 2017 mehrere Seminarmodule zur Qualifi-zierung von Führungskräften ganz außerhalb des feuerwehrtechnischen Bereiches angeboten. Dabei geht es u. a. um die Vermittlung von Argumentationstechniken in schwierigen Gesprächslagen, das Hal-ten von Reden und Ansprachen, das Zeitmanagement vor dem Hintergrund ständig steigender Anforde-rungen, das Hineinwachsen in die Rolle als Vorgesetzter und die Lösung von Konflikten.
Die Pastoren Tim Kröger und Matthias Stalmann von der Notfallseelsorge Region Hannover berichteten von 101 Einsätzen in der Region Hannover, mussten aber einräumen, dass die Verfügbarkeit nicht immer gegeben war. Es fehlt an Pastoren, die diese Aufgabe zusätzlich mit übernehmen. Hier ging der Appell an die Feuerwehrführungskräfte auf lokaler Ebene bei den Pastorinnen und Pastoren für die Mitarbeit zu werben.
Feierlich beschlossen wurde die Tagung mit dem gemeinsamen Singen der Deutschen Nationalhymne, begleitet vom Blasorchester des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.V. unter der Leitung von Hauptstabführer Dieter Hoffmann (Springe), der die Veranstaltung musikalisch umrahmt hatte. Karl-Heinz Mensing bedankte sich nicht nur bei den Musikerinnen und Musikern, sondern auch bei der Ortsfeuer-wehr Landringhausen für die Versorgung mit Getränken und einem kleinen Imbiss sowie der Region Hannover für die Räumlichkeiten und die organisatorische Unterstützung.

bri / Armin Jeschonnek, 20.11.2016, 14:05
Redakteure LON

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