Radwegekonzept: Durch Sichtkontakt besser wahrgenommen werden

Springe. 

Bereits seit 2014 beschäftigen sich Polizei, Stadtverwaltung und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club mit der gemeinsamen Erarbeitung und Umsetzung eines Radwegekonzeptes für Springe. Das Ziel war und ist, die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer zu stärken.

Langjährige Unfalluntersuchungen haben ergeben, dass Radfahrer, die sich auf der Fahrbahn befinden, aufgrund des unerlässlichen Sichtkontakts besser wahrgenommen werden und auch ihrerseits den Kfz-Verkehr besser wahrnehmen. Die Aufhebung der Trennung der Verkehrsarten hin zum Mischprinzip führte nachweislich zu einer Reduzierung der Unfallhäufigkeit.

Keine Radwegebenutzungspflicht gilt auf Straßen mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit von weniger als 30 km/h, auf Radwegen mit Minderbreiten unter zwei Meter, auf Straßen mit einem Verkehrsaufkommen von weniger als 5.000 Fahrzeugen am Tag - das betrifft alle Straßen in Springe mit Ausnahme der Osttangente zwischen dem Kreisverkehr und der Abzweigung zum Einkaufszentrum -, bei schlechtem Bauzustand des Radweges, bei schlechtem oder fehlendem Anschluss oder Übergang an Kreuzungen und Einmündungen. 

Für Springe bedeutet das auf fast allen Straßen: Es gibt keine Radwegebenutzungspflicht mehr. Dennoch soll an möglichst vielen Stellen in Springe den Radfahrern die Nutzung der Gehwege durch die Kennzeichnung „Radfahrer frei“ ermöglicht werden, um den Bürgern die Wahl zu lassen. Allerdings dürfen auf Gehwegen mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ alle Radfahrer nur Schritttempo fahren.

Durch sogenannte Radfahrerschutzstreifen auf den Straßen soll den Radfahrern ein besonderer Schonraum geschaffen werden. Bei Bedarf dürfen diese Streifen von PKW überfahren werden. Nachdem Anfang Juni 2016 eine Rundfahrt der Radwegkommission des Ortsrats stattgefunden hat, wird im Ortsrat Springe der Tagesordnungspunkt Radwegekonzept auf der nächsten Ortsratssitzung erneut Thema sein.

jög, 15.07.2016, 11:50
Redakteure LON

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