Marktplatz-Vorfall: Gerüchte fallen in sich zusammen

Springe. 

Viel wurde in den letzten 20 Stunden in sozialen Netzwerken spekuliert: Was ist auf dem Springer Marktplatz am gestrigen Nachmittag passiert? Von "sexueller Belästigung von Flüchtlingen" war dort die Rede. Die Reaktionen kamen prompt: Warum die Täter nicht schon im Krankenhaus liegen, fragte ein Bürger. Die Frage beantwortete nun das Polizeikommissariat Springe: Weil nichts vorgefallen ist.

Demnach lag folgender Sachverhalt vor: Um 17.35 Uhr meldete sich eine 14-jährige Schülerin aus Springe per Notruf bei der Polizei, dass sie zusammen mit ihrer 13-jährigen Freundin in der Innenstadt von Springe von drei jungen Männern verfolgt würde.

Wenig später war eine Funkstreifenwagenbesatzung aus Ronnenberg vor Ort. Sie konnten die drei Verdächtigen auf dem Marktplatz identifizieren und nahmen einen 28-jährigen ausländischen Mann mit zum Polizeikommissariat. In ersten Schilderungen der Mädchen bestand der Verdacht, dass er sich ihnen auf dem Marktplatz in unangemessener Form genähert habe.

Inzwischen konnten die Mädchen zum Sachverhalt gehört werden. Sie geben übereinstimmend an, dass sie vor der Eisdiele auf dem Marktplatz gesessen hätten. Auf den Bänken nebenan hätten drei junge Männer gesessen und man habe Blickkontakt gepflegt. Dann seien die beiden Mädchen zu dem Spielgerät neben dem Brunnen auf dem Marktplatz  gegangen und hätten sich dort hineingesetzt. Der 28-Jährige habe sich dazugesellt und das Gerät leicht gedreht. Nachdem das Gerät wieder gestoppt hatte, kam es zu einer leichten, kurzen Körperberührung im Knie- und Schulterbereich.
Die 13-jährige machte deutlich, dass sie das nicht wolle, woraufhin der Mann zu seinen Begleitern zurückging. Anschließend suchten die Mädchen mehrere Örtlichkeiten in Springe auf und trafen mehrfach auf die drei jungen Männer. Die Männer hätten sie dabei angelächelt. Ein weiterer Kontakt habe nicht stattgefunden. Die 14-jährige habe sich dann entschlossen, die Situation der Polizei mitzuteilen, da sich beide unwohl und unsicher fühlten.

Für die Polizei in Springe ist der Fall abgeschlossen. Aus ihrer Sicht habe keine Straftat vorgelegen, teilte Hartmut Retzlaff, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, mit. Die Mädchen hätten dennoch richtig gehandelt, indem sie die Poizei verständigten. Im Hinblick auf die Reaktionen in der Bevölkerung - insbesondere in den sozialen Medien - sagte er, dass es trotz vorhandener Unsicherheiten und Befürchtungen in der Bevölkerung besser sei, nicht vorschnell zu spekulieren und keine voreiligen Schlussfolgerungen gezogen werden sollten, ohne dass der genaue Sachverhalt bekannt ist.

msa, 15.03.2016, 15:07
Redakteure LON

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