Lehrmittelfreiheit: CDU widerspricht SPD-Forderung

Die Frage, ob Schulbücher zukünftig wieder kostenfrei sein sollen, entzweit CDU und SPD.

Springe. 

Die Frage, ob Schulbücher an Springer Schulen zukünftig wieder kostenfrei sein sollen, könnte zum Wahlkampfthema werden. Die SPD fordert genau dies. Geht es nach den Genossen, soll die sogenannte Lehrmittelfreiheit für alle Schüler wieder eingeführt werden, die in Springe wohnhaft sind und an allgemeinbildenden Schulen beschult werden, deren Trägerin die Stadt Springe ist. Schüler, die in Springe wohnhaft sind und in anderen Kommunen zur Schule gehen, sollen mit 50 Prozent gefördert werden. Dadurch soll die "Durchlässigkeit" des Schulsystems verbessert werden, das heißt es mehr Kindern aus ärmeren Familien ermöglicht werden, auf weiterführende Schulen zu gehen und das Abitur zu absolvieren. Außerdem wollen die Sozialdemokraten dadurch die Attraktivität des Schulstandortes Springe erhöhen und mehr Schüler an den Deister zu locken. Im Gegenzug könnten wiederum die Gastschulbeiträge gesenkt werden, heißt es in dem Antrag der SPD-Fraktion. Dies würde auch dazu beitragen, die Lehrmittelfreiheit gegenzufinanzieren.

Die CDU lehnt den Vorschlag der Sozialdemokraten ab und will am bestehenden System festhalten. "Die Schulbuchausleihe ist im Sinne der Nachhaltigkeit richtig, dafür ein Entgeld im Sinne der Beteiligung an den Anschaffungskosten zu erheben, sinnvoll", sagt Springes CDU-Vorsitzende Elke Riegelmann. Familien mit geringerem Einkommen würden die Kosten für Schulbücher ohnehin bereits erstattet. Dass Eltern, die ihr Kind mit einem modernen Smartphone ausstatten keine 70 Euro im Jahr für Schulbücher übrig haben, hält Riegelmann für unglaubwürdig. Auch das Argument der erhöhten Durchlässigkeit kann die Christdemokratin nicht nachvollziehen. Die Zahl der Schüler, die seit der Einführung der kostenpflichtigen Schulbuchausleihe das Abitur gemacht haben, sei mitnichten gesunken - im Gegenteil. "Die Zahlen sprechen da eine ganz andere Sprache", so Riegelmann.

Stattdessen fordert die CDU-Vorsitzende ein „Ende der Kreidezeit", also Investitionen in eine moderne Ausstattung an den Schulen, um "unsere Kinder für das digitale Zeitalter" auszurüsten. "In Zusammenarbeit mit den Schulen muss hier ein Investitionsplan erarbeitet werden, der die mittel- und langfristigen Erfordernisse darstellt. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Digitalisierung auch der Schulbücher ist dies unerlässlich", so Riegelmann.

msa; Foto: Pixabay (stevepb), 23.03.2016, 00:01
Redakteure LON

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