Klimawandel: Schüler simulieren Ratssitzung

Wer stimmt mit Ja? Karten hochhalten! - Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Göbel-Realschule schlüpfen in die Rolle von Kommunalpolitikern.

Springe. 

Kreisel statt Ampeln? Sollen Hybridbusse durch die Stadt fahren? Und sollen in Springe nur noch Passivhäuser gebaut werden? Das sind nur drei von insgesamt 20 Themen, über die 51 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Heinrich-Göbel-Realschule in einer simulierten Ratssitzung debattiert und abgestimmt haben. Zwei Tage, am gestrigen Montag und heute, sind die Jugendlichen im Rahmen des Planspiels „Pimp My Energy“ in die Welt der Kommunalpolitik eingetaucht. „Gestern sind wir in einem Crashkurs die Grundlagen durchgegangen: Was ist die Region Hannover? Welche Gremien gibt es in der Kommune? Wie werden Entscheidungen getroffen?“, erklärt Gregor Dehmel vom Verein „Politik zum Anfassen“. Der Verein organisiert seit zehn Jahren Planspiele, um Jugendliche für die Kommunalpolitik zu interessieren. „Wir fangen immer wieder bei Null an. Die Abläufe sind vielen nicht bekannt, aber jeder Bürger, auch Jugendliche, sind davon betroffen“, erklärt Dehmel.

In Springe lautete das übergeordnete Thema „Pimp My Energy!“. Die Jugendlichen sollten Ideen und Vorschläge entwickeln, um auf kommunaler Ebene den Klimaschutz und die Energiewende voranzubringen. Dazu bildeten die Schülerinnen und Schüler fünf Teams und diskutierten das Thema aus den Perspektiven: Energiewende, Kommune, Räumliche Planung, Innovation und Vermittlung. Unterstützung bekamen die Jugendlichen von Experten und Ratspolitikern der Stadt Springe. „Das hat viel Spaß gemacht“, sagt Wilfred Nikolay. Der CDU-Fraktionsvorsitzende freute sich über das engagierte Interesse der Jugendlichen an der Kommunalpolitik.

Das Ziel war, das die Jugendlichen ihre Ideen als abstimmungsfähige Anträge vorlegten und auf die Tagesordnung ihrer eigenen Sitzung setzen. In der Rolle von Ratsdamen und –herren berieten die Jugendlichen am Dienstag im „Wissenschaftsparlament“ über die Tagesordnung. Wie in einer echten Ratssitzung war Bürgermeister Christian Springfeld anwesend, den Vorsitz führte Volker Gniesmer. Nach den ersten Debatten und Abstimmungsdurchgängen konnte sich Gniesmer ein Lob nicht verkneifen. „Ich muss sagen, ihr seid kreativer als der richtige Rat“, sagte Gniesmer.

Die Hybridbusse fanden die Zustimmung des Schülerparlaments, für die Passivhäuser konnte sich eine knappe Mehrheit begeistern und den Bau von Kreiseln statt Ampeln lehnten die Schülerinnen und Schüler ab. „Wir haben gute Denkanstöße bekommen“, freute sich Katrin Härtel, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Springe. Die Perspektive von Jugendlichen könne helfen, die Sicht der Erwachsenen auf die Dinge zu erweitern.

Aus langjähriger Erfahrung weiß man beim Verein „Politik zum Anfassen“, dass die Vorschläge der Jugendlichen mitunter sogar in die Ausschüsse und Gremien schaffen würden. „Wir reichen die Ergebnisse immer komplett weiter“, sagt Gregor Dehmel von „Politik zum Anfassen“.

Das Planspiel „Pimp My Energy“ wurde im Auftrag der Klimaschutzagentur Region Hannover durchgeführt. Es findet in verschiedenen Schulen in der Region statt. 

tri, 01.11.2016, 14:26
Dateien:
Tagesordung_der_fiktiven_Sitzung_des_Wissenschaftsparlaments.pdf3.8 M
Redakteure LON

Kommentare

Christian Springfeld - , 01.11.16 21:06:
Das war wirklich eine tolle Veranstaltung und ich hoffe, nicht die letzte von http://www.politikzumanfassen.de/.

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