Kirchentag: Was glaubst Du?

Über ihre Position zum Glauben diskutieren Prominente aus der Region(v.l.): Niklas Kelting, Kai Dettmer, Achim Stauß, Moderator Tobias Glawion, Ute Austermann-Haun, Gabriele Lösekrug-Möller und Martin Kind.Christian Springfeld, Bürgermeister in Springe, hält ein Grußwort.

Springe. 

Leben wir noch christliche Werte im Alltag? Muss sich Kirche verändern, um die Menschen zu erreichen? Brauchen wir eine neue Reformation? Die prominent besetzte Diskussionsrunde „Talk am Abend“ war vergangenen Sonnabendabend der Höhepunkt und zugleich Abschluss des Ökumenischen Kirchentages am Deister. Am Vorabend des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“ standen unter dem Motto „Farbe bekennen –Stellung nehmen zum Glauben“ grundsätzliche und lebensnahe Fragen auf der Tagesordnung.

„Welche Wünsche haben Sie an das Reformationsjahr? Was soll sich verändern?“, fragte Moderator Tobias Glawion seine Gäste. „Ich hoffe, dass die Bevölkerung wieder zum Glauben zurückfindet und sich stärker engagiert“, sagte Niklas Kelting. Kelting studiert Politik und evangelische Religion und sitzt für die FDP im Ortsrat Springe. Kai Dettmer, Altenpflegeheimleiterin und Ortsbürgermeisterin von Altenhagen I, wünscht sich mehr Gelassenheit: „Wir müssen alle den Druck rausnehmen und aufhören, Kirchgänger zu zählen“. Wenn Achim Stauß, gebürtiger Springer und Pressesprecher der Deutschen Bahn, heute eine These an eine Kirchentür schlagen würde, dann wäre dort zu lesen „Fürchtet Euch nicht“. Stauß: „Luther hat die Menschen von ihrer Angst befreit. Und heute ist Angst in unserer Gesellschaft wieder ein starkes Motiv“. Ute Austermann-Haun, Professorin für Wasserwirtschaft in Detmold und Vorsitzende des CDU-Ortsvereins Lüdersen, hofft, dass die Kirche wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt. „Ich wünsche mir fröhliche Gottesdienste, die den Menschen Mut machen“. Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesarbeitsministerium und Mitglied im Gesprächskreis SPD und Kirche in Hannover, sagte: „Ich hoffe, dass nach dem Jubiläumsjahr viele Menschen erkennen, dass sie noch Christen sind“. Martin Kind, Unternehmer und Geschäftsführer von Hannover 96, gab sich pragmatisch: „Die Kirche muss es schaffen, die Menschen mitzunehmen. Sie muss nach neuen Wegen suchen und nicht nur die tiefgläubigen Menschen ansprechen. Wir haben viele Probleme in der Gesellschaft und zurzeit nicht die richtigen Antworten“. 

tri, 06.11.2016, 00:13
Redakteure LON

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