IntraRegionale 2016 eröffnet

Intraregionale Künstler mit Regionspräsident Hauke Jagau.

Barsinghausen / Ronnenberg / Springe. 

Dieser Sommer verspricht ein Kunsterlebnis der ganz besonderen Art. Vom 12. Juni bis zum 30. September zeigen zehn Landart-Künstler aus dem In- und Ausland an zehn Orten in der Region Hannover aktuelle Positionen der internationalen Landschaftskunst. Vom Benther Berg im Calenberger Land über die Badeinsel in Wunstorf-Steinhude bis hin zum Wietzepark in Langenhagen setzen zehn temporäre Installationen verschiedene Kultur-Landschaften in Szene. Anlass ist das Kunstprojekt IntraRegionale, das gemeinschaftlich von zehn Kunstvereinen ausgerichtet wird und in das Programm 2016 der „Gartenregion Hannover“ eingebunden ist.

"Angesichts der beeindruckenden Kunstinstallationen, die im Rahmen der IntraRegionale 2016 entstanden sind, verblassen die Mühen und Anstrengungen, die notwendig waren, um alle Hürden zu beseitigen, die sich uns beim ersten Durchgang in den Weg gestellt haben. Ich bin glücklich und freue mich sehr, dass wir diesen Erfolg jetzt drei Monate der Öffentlichkeit präsentieren können", freut sich Projektleiter Frank Nordiek vom Atelier LandArt.

Den Austausch unter den zehn Kunstvereinen findet auch Anja Römisch, Geschäftsführerin Stiftung Kulturregion Hannover, wichtig: "Mit der IntraRegionale unterstützt die Stiftung Kulturregion Hannover eine einzigartige Kooperation zwischen großen und kleinen, städtischen und ländlichen, haupt- und ehrenamtlich geführten Kunstvereinen der Region Hannover. Die Stiftung freut sich, diese erstmalig zustande gekommene Kooperation fördernd begleiten zu können. Attraktive Landschaftsräume werden mit Kunstwerken in Szene gesetzt, so dass neue Blickpunkte entstehen. Eine gute Gelegenheit, diese Orte der Region einmal mit anderen Augen zu betrachten und sich auf die spannungsreiche Beziehung zwischen Kunst und Landschaft einzulassen."

Landart ist eine Kunstform, die alle Sinne berührt, Phantasie weckt und dabei hilft, die Natur neu und sich selbst als ein Teil davon zu entdecken und wahrzunehmen. Die zehn präsentierten Kunstwerke sind einzigartig und verändern sich ständig durch den Einfluss von Zeit und Wetter. Allen Arbeiten ist gemeinsam, dass sie weder transportabel, noch käuflich und dauerhaft sind. Landart lebt vom Augenblick und versucht mehr als andere Kunstrichtungen der letzten Jahrzehnte, Natur und Kunst in einer Sprache zu verbinden. Entstanden ist Landart Ende der 1960er-Jahre in den Vereinigten Staaten als Künstler erstmals versucht haben, nicht gegen, sondern mit der Natur zu arbeiten.

So breiten sich auf einer Anhöhe des Benther Berges mit Blick in das Calenberger Land vier große Trichter auf dem Waldboden aus. „Echo“ nennt der Schwede Greger Ståhlgren sein Objekte, die der Form nach an Trompeten erinnern und den Eindruck erwecken sollen, als würde die Natur zum Menschen sprechen. Das Werk tritt in einen „stillen“ Dialog mit dem Betrachter und lässt Raum für eigene Gedanken und Interpretationen.Uddannet fra Domen Kunstskole i Göteborg, Sverige.

 

Anja Sonnenburg aus Berlin (*1966 in Berlin) präsentiert im weitläufigen Park des Hermannshofes in Völksen die Installation „Warmfront“. Dabei handelt es sich um eine begehbare Wetterkarte, die sich über eine Fläche von 50 x 30 Meter erstreckt und die Witterung vom 5. Juli 2015, dem bislang heißesten Tag in Deutschland, darstellt. Anja Sonnenburg möchte mit ihrem Werk auf die globale Klimaerwärmung und den durch den Menschen beeinflussten Temperaturanstieg aufmerksam machen.    

 

Ebenfalls in Berlin wohnt Susken Rosenthal, die am Rande des Deisters, auf dem ehemaligen Zechengelände in Barsinghausen, die Arbeit „Bodenprobe“ zeigt. Dabei handelt es sich um einen 150 Zentimeter hohen, achteckigen Kegel, der neben einer trichterförmigen Bodenvertiefung mit dem gleichem Ausmaß liegt. Anscheinend wurde die großformatige Kegelform vor Ort exakt aus dem Boden herausgestochen. Dabei ist die mit Gras bewachsene Oberseite des Kegels mit dem Pflanzenwuchs der Umgebung identisch. Die formale Künstlichkeit der Bohrsituation mutet surreal an und verweist auf die 100 Jahre alte Bergbaugeschichte des Zechenparks.

Eröffnet wird die IntraRegionale 2016 am 12. Juni mit einer gemeinschaftlich ausgerichteten Vernissage aller zehn beteiligten Kunstvereine. An diesem Tag wird es eine ganztägige Kunst-Bustour durch die gesamte Region Hannover mit Besuch aller zehn Ausstellungsorte inklusive Führung und Mittagessen geben. Bis September laden die beteiligten Kunstvereine zu weiteren, interessanten Bus- und Fahrradtouren, Workshops und Aktionen, Vorträgen und Märchenlesungen ein.

Weitere aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Tickets unter www.intraregionale.org

red, 11.06.2016, 00:56
Redakteure LON

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