Geht in Springe bald das Licht aus?

Springe. 

In der Diskussion um die neue Straßenbeleuchtung herrschte in der Sitzung des Bau-, Technik- und Betriebshofausschusses keine Einigkeit. Nach der Neuvergabe der Stromkonzession an die Stadtwerke Springe wurde auch das Rundsteuersignal gekündigt, mit dem die Straßenbeleuchtung gesteuert wird. Nun steht die Stadt in der Pflicht, sich um ein neues Steuerungssystem zu kümmern. Dieses Unterfangen ist mit hohen Kosten verbunden. Ein Wagnis – besonders jetzt, wo die Kassen klamm sind.

„Alles was wir haben ist ein ungenaues astronomisches Zeitschaltsystem“, sagte Gerd Gennat vom Baudezernat der Stadt Springe. „Das System ist anfällig, unpräzise und mit einem hohen Wartungsaufwand verbunden“. Gennat präsentierte drei unterschiedliche Systeme mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Die Systeme: Vor – und Nachteile:

Eine astronomische Jahresfunkzeitschaltuhr und Funkzeitschaltuhr mit Dämmerungssensor wären in der Anschaffung mit 45 000 Euro verhältnismäßig günstig. Beide Systeme stehen der teuren Lösung – einer (intelligenten) bidirektionalen Zentralsteuerung – für 55.000 Euro bis 75.000 Euro gegenüber.

Mit einer Funkzeitschaltuhr mit Dämmerungssensor spart die Stadt zwar 5.000 bis 10.000 Euro pro Jahr. Bei Notfalleinsätzen fehlte dem Steuerungssystem jedoch die Möglichkeit, die Straßenbeleuchtung einzuschalten. Bei größeren Stadtfesten hätten die betroffenen Schnittstellen von Hand eingestellt werden müssen. Auch gäbe es bei beiden Systemen keine Rückmeldung bei Defekten.

Gennat sprach sich für die teuerste Lösung aus: Die bidirektionale Zeitschaltuhr auf Mobilfunkbasis. Diese böte individuelle Steuerungsmöglichkeiten.

„Wäre ein einfacheres System mit einem Dämmerungssensor nicht besser“, fragte Elke Thielmann-Dittert (Grüne). Sie äußerte in der anschließenden Debatte Bedenken hinsichtlich des erheblichen Online-Betriebes, was die Anfälligkeit für Schäden erhöhen würde und sprach sich für vernünftige LED-Beleuchtung aus, die nachts durchgehend im Betrieb sein könnte.

Blick in die Zukunft – Infrastruktur für E-Autos:

Gennat wagte einen Blick in die Zukunft. Die Technologie ist modular und böte die Möglichkeit an den Laternen Elektroauto-Ladestationen zu integrieren.

Diskutiert wurde auch die Frage, ob man die herkömmliche Straßenbeleuchtung nicht mit LED-Laternen ersetzen sollte. Hier würden sich die Kosten jedoch frühestens nach 20 Jahren amortisieren.

„Die Stadt Springe muss sparen. Interessant wären Erfahrungswerte aus anderen Städten“, auch diese Option kam für Thielmann-Dittert in Frage. Sie schlug vor, weitere zwei bis drei Jahre zu warten. In dieser Zeit – so vermutete sie – würden die Preise für Steuerungssysteme weiter fallen.

Mehr Sicherheit?

In der Dunkelheit leidet das Gefühl der Sicherheit. Ulrich Kalinowski (CDU) gab zu bedenken, dass bessere Nachtbeleuchtung den immer häufiger randalierenden Jugendlichen einen Strich durch die Rechnung ziehen würde.

Am Ende der Sitzung herrschte Einigkeit darüber, dass keine Einigkeit herrscht. Der Beschlussvorschlag wird vertagt und demnächst in der Haushaltsberatung und in den Ortsräten diskutiert – zumindest hier sind sich die Ausschussmitglieder einig.

sza, 14.12.2016, 08:27
Redakteure LON

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