So sieht der filmreife Regen der Feuerwehr Völksen aus

Völksen. 

Einen Einsatz der besonderen Art hat die Freiwillige Feuerwehr Völksen hinter sich: Am Montag und am Dienstag rückten sie mit einem Einsatzwagen zum Hermannshof aus. Nicht weil es dort brannte, sondern weil sie bei einem Filmdreh für Starkregen sorgen sollten. „Für uns war das was völlig Neues. Das war schon spannend“, sagt Feuerwehrmann Daniel Sundmacher. An beiden Tagen, jeweils ab 18.30 Uhr, war Sundmacher mit Kollegen vor Ort. Die Aufgabe der Feuerwehr war es, in bestimmten Szenen Starkregen zu simulieren. Mit dem Ergebnis waren alle zufrieden. Sieht sehr natürlich aus, fand Regisseur Kai Gero Lenke. Die Fotos, die L.ON von den Schauspielern und dem Filmteam machte, hat er am heutigen Donnerstag freigegeben (Anm. der Redaktion, 27.10.16) freigegeben.

Als am Montagabend das Kommando „Wasser marsch“ ertönte, schoss der „Regen“ aus sechs Rohren auf den Hof. Drei Rohre befördern pro Minute rund 700 Liter Wasser. Die Wassermassen erinnerten an einen Monsun, so Ortsbandmeister Alexander Klockemann. „Der Hof stand unter Wasser. Wir mussten an der Scheune einen Schutz vorbauen, damit der Keller nicht voll läuft", berichtete er. Für die Darsteller war der Regenguss an den kalten und feuchten Oktobernächten wohl kein Vergnügen. Die Schauspieler seien in den kurzen Drehpausen unter Wärmedecken geschlüpft, hat Klockemann beobachtet. Das Wasser, das aus einer nahegelegenen Zisterne entnommen wurde, habe nur eine Temperatur zwischen vier und sieben Grad. Insgesamt, so schätzt Klockemann, habe man an den zwei Drehtagen zwischen 50.000 und 100.000 Liter Wasser verbraucht.

Der Einsatz der Feuerwehr Völksen dauerte an beiden Abenden bis spät in die Nacht. Am Montag waren die Feuerwehrmänner erst um 1.30 Uhr wieder im Gerätehaus. „Wir haben aber interessante Einblicke bekommen, wie ein Filmdreh abläuft“, sagt Sundmacher. Bisher habe man zu Hause auf dem Sofa beim Spielfilm gucken keine Gedanken daran verschwendet, wie viel Aufwand betrieben werde. Und auf dem Hermannshof seien nur ruhige Szenen gedreht worden, kein Actionfilm.

Im Gefahrenfall wäre die Freiwillige Feuerwehr Völksen aber einsatzfähig gewesen. „Wir hatten alles koordiniert“, betont Ortsbandmeister Klockemann.

Der Titel des Kurzfilms lautet „Was von draussen kommt“. Autor und Regisseur ist Kai Gero Lenke. „Ich will nicht zu viel verraten. Aber es geht um einen Konflikt unter Brüdern. Um Probleme beim Erwachsenwerden und um Verantwortung“, sagt Lenke.  Der Film spielt in einer Wohngegend am Stadtrand von Hannover. Den Hermannshof habe man aufgrund einer Empfehlung als Drehort ausgewählt, sagt Lenke. Nach den Abenden in Völksen seien die Dreharbeiten zum Film abgeschlossen. Nun folge noch der Schnitt sowie Bild- und Tonarbeiten.

Gefördert wird der Kurzfilm unter anderem von der Film- und Mediengesellschaft Nordmedia und der Kulturregion Hannover, einer Stiftung der Sparkasse und der Region Hannover. Lenke ist zurzeit Stipendiat der Nordmedia und der Kulturregion.

Eine Hannover-Premiere des Filmes soll voraussichtlich im September 2017 stattfinden. Mehr Infos unter www.was-von-draussen-kommt.com.

26.10.2016, 10:37

tri, 27.10.2016, 12:17
Redakteure LON

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