Fahrradwerkstatt macht sozial Benachteiligte mobil

Springe. 

Jetzt hat auch springe eine Fahrradwerkstatt: Am Dienstag wurde in der St.-Andreas-Straße feierlich die gemeinnützige Fahrradwerkstatt eröffnet. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr beschränkt und hat zum Ziel, nicht nur Geflüchteten, sondern allen bedürftigen Menschen kostenlos ein Fahrrad bereit zu stellen und damit mehr Mobilität zu ermöglichen.

Voraussetzung für den Erhalt eines Fahrrads ist ein Nachweis der Bedürftigkeit. Als bedürftig gelten Empfänger des Arbeitslosengeldes 2 (Hartz IV), oder ein entsprechender Nachweis für ein geringes Einkommen, Menschen mit Fluchterfahrung und Kunden der Springer Tafel.

Wenn Friederike Hoffmann von der Fahrradwerkstatt spricht, leuchten ihre Augen. Hoffmann ist seit April 2016 Koordinatorin für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Laatzen-Springe. „Mein größter Dank gilt den Ehrenamtlichen, die so viel Herzblut reingesteckt haben“, sagte sie während ihrer Eröffnungsrede. Ohne die vielen helfenden Hände, Spenden und Kooperationen wäre es kaum möglich gewesen dieses gemeinnützige Projekt auf die Beine zu stellen.

Neben einer großzügigen Spende der Region Hannover in Höhe von 7.750 Euro, beteiligen sich auch die Stadtwerke Springe an den Stromkosten, der Hagebaumarkt, die Firma Trepka und der Altenhägener Kirchenvorstand. Auch eine größere Privatspende und nicht zuletzt das Entgegenkommen der Familie Schwarz, die die Räumlichkeiten der Fahrradwerkstatt günstig zur Verfügung stellte, trugen dazu bei, dass die Initiatoren das Projekt verwirklichen konnten. Darüber hinaus bestehen bereits Kooperationen mit dem Nachbarschaftsladen Doppelpunkt, der Fahrradwerkstatt Schreck und der Springer Polizei.

„Wir vom Job Center sind ebenfalls eingebunden“, sagte Margrit Tunger. Tunger vermittelte drei technikaffine Ein-Euro-Kräfte, die die gespendeten Fahrräder verkehrstüchtig machen sollen.

Das Angebot beschränkt sich nicht nur auf die Ausgabe von Fahrrädern. „Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) soll künftig Fahrradkurse anbieten, in dessen Rahmen die wichtigsten Verkehrsregeln vermittelt werden“, erzählte Manfred Fiedler, einer der Initiatoren, „allerdings werden die Fahrräder nur herausgegeben, wenn die Kunden Fahrrad fahren können“, fügte er hinzu.

Trotz des umfangreichen Hilfsangebots werden stets helfende Hände und Spenden gesucht, die das Fortbestehen des Projektes ermöglichen, denn die Warteliste ist lang. „Wir freuen uns über jedes Fahrrad, Helm und Werkzeug“, sagte Fiedler. Auch Bürger, die sich ehrenamtlich beteiligen möchten, sind herzlich willkommen: „Wir brauchen Helfer im Büro“, fügte Hoffmann hinzu.

Die erste Fahrradausgabe erfolgt am 5. Januar 2017 in der St.-Andreas-Straße 10. Die Werkstatt soll zunächst zweimal wöchentlich, am Dienstag und Donnerstag, ihre Türen öffnen und im Laufe der Zeit auch am Samstag.

sza, 21.12.2016, 01:18
Redakteure LON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?