Empörung bei Naturfreunden: Will die Region die Vereinsaktivitäten torpedieren?

Die Naturfreunde Springe sind empört über die Forderungen der Region Hannover.Wolfgang Klemmt (Mitte) und Reinhold Krause (links) bleiben Erster und Zweiter Vorsitzender. Freddy Klingemann ist neuer Kassierer. Neuer Schriftwart (nicht im Bild) ist Burkhard Kleibrink.Günter Becker gibt nach vielen Jahren sein Amt als Hüttenwart auf.Auch die langjährige Kassiererin Jutta Sohns kandidierte nicht mehr für das Amt.

Springe. 

Die Naturfreunde Springe sind empört. Wenige Stunden vor der Jahreshauptversammlung am gestrigen Abend erreichte sie ein Schreiben der Region Hannover, in dem die Untere Naturschutzbehörde (UNB) fordert, dass die Schutzhütte, der Sandkasten sowie die Spielgeräte am Bolzplatz an der Deisterhütte entfernt werden sollen. "Mit großem Einsatz sind wir dabei, die baulichen Verfehlungen der Vergangenheit zu beseitigen", der Vorsitzende der Ortsgruppe Wolfgang Klemmt am Abend. "Offensichtlich reicht das der UNB aber nicht aus", so Klemmt.

Er habe den Eindruck, "dass der UNB daran ausschließlich daran gelegen ist, unsere Vereinsaktivitäten sowie den Aufenthalt von Familien und deren Zugang zur Natur an diesem Ort zu verhindern." Seit jeher versuchten die Naturfreunde Springe eine gerechte Abwägung zwischen Belangen des Naturschutzes sowie den Interessen der Bürger zu schaffen. Daran sei "in Hannover offensichtlich niemandem gelegen", so Kemmt. Bis zum 24. März habe die Ortsgruppe Zeit, den Empfehlungen der UNB zu folgen oder den Klageweg zu beschreiten, heißt es in dem Brief der Region. Die Naturfreunde wollen nun Kontakt zum Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden im Rat zu suchen, um Unterstützung zu erhalten. Sollte dies nicht gelingen, "werden wir uns ernsthaft fragen, ob unsere - gerade in diesem Punkt an die Öffentichkeit gerichteten - Aktivitäten nicht gänzlich einzustellen sind", sagte Klemmt.

In seinem Jahresbericht erklärte der Vorsitzende, dass sich die Neuausrichtung des Vereins stabilisiert habe. Das Ziel, die Ortsgruppe nicht nur auf eine Person zuzuschneiden, sondern sie breiter aufzustellen, habe man erfolgreich verfolgt. "Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Mitglieder Eigeninitiative zeigen", lobte Klemmt.

Auf der Tagesordnung stand auch die Neuwahl des Vorstandes. Bis vor wenigen Tagen habe noch kein Posten festgestanden, berichtete Klemmt. Erst in den letzten Tagen hätten sich er und der 2. Vorsitzende Reinhold Krause dazu durchringen können, wieder zur Verfügung zu stehen. Die Mitglieder zeigten sih sichtlich erfreut über diese Entscheidung und bestätigten die beiden im Amt. Neuer Kassierer ist Freddy Klingemann, der Jutta Sohns nach vielen Jahren im Amt nun ablöst. Neuer Schriftführer ist Burkhard Kleibrink.

Ein weiteres Urgestein der Naturfreunde trat ebenfalls nicht mehr für sein Amt an. Günter Becker, der seit über 60 Jahren im Verein aktiv ist und mit seiner Familie einst den Grundstein für die Deisterhütte legte, kandidierte nicht mehr für das Amt des Hüttenwarts. Außerdem wurdenAlfred Ritzkat und Rolf Schön für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Elvira Fühlberg für ihr 30-jähriges Engagement im Verein.

msa, 21.02.2016, 09:33
Redakteure LON

Kommentare

alibaba - , 21.02.16 16:09:
Wer bestimmt eigentlich wie wir hier in Springe zu leben haben. Die Naturfreunde haben sich über Jahre eherenamtlich für die Instandhaltung/Verschönerung dieses beliebten Treffpunktes für Wanderfreunde, Eltern mit Kindern und bei der Aktion Wald-Weihnachtsmarkt stark gemacht. Die "Region Hannover" handelt - wie schon bei dem krankenhaus und in vielen anderen Fällen regionsfreindlich. Jetzt sollten wir Springer Bürger massiv Flagge zeigen. 1. Änderung der politischen machtposition in der Region, 23. auf keinen Fall das Naturfreundeheim aufgeben (welche Gaststätte haben wir denn am Süddeisterhang speziell im bereich springe noch ) 3 Klar darlegen (speziell auch als stadtverwaltung) dass wir der Aufforderungz nicht Folge leisten werden. ES REICHT JETZT1
Wolfgang Klemmt - , 22.02.16 17:38:
Wir NaturFreunde freuen uns natürlich über jede Unterstützung die uns zukommt! Zum letzten Satz des vorherigen Kommentars allerdings muss deutlich bleiben: "Dies ist nicht die aktuelle formaljuristische Position des Vereins"! Obwohl wir das allgemeine Unverständnis weitestgehend teilen, werden wir uns weiterhin intensiv um eine einvernehmliche Lösung bemühen!
WNiAlt - , 23.02.16 12:13:
Das hatten wir alles schon einmal in ähnlicher Weise als es darum ging einen winzigen Teil Wald für die Ansiedlung der Octapharma (350 Mitarbeiter) bereit zustellen. Alle Resolutionen und Anträge von Rat und Verwaltung wurden abgeschmettert. Bei den Naturfreunden ist man jetzt aber schon im Widerspruchsverfahren. Das wird eng, weil Politik in ein laufendes Rechtsverfahren nicht mehr eingreifen kann. Den Bescheid der Behörde (UNB) hat wohl so niemand erwartet und die knappe Terminsetzung ist Überrumpelungstaktik. Arroganz einer Behörde? Vielleicht lässt sich die Terminsetzung noch hinausschieben und dann noch einmal unter Beteiligung von Verwaltung und Politik die Sachlage besprechen.

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