"Einschulung kostet heute 320 Euro pro Kind"

Ingrid Röttger und Detlef Brandes vor dem Doppelpunkt in Springe

Springe. 

Was kostet heute eine Einschulung in die 1. Klasse der Grundschule? Rund 200 Euro an Materialien hat eine Mutter in Laatzen von der Schule mit auf den Weg gegeben bekommen. "Dann kommen noch die Klassenkasse, Haus- und Turnschuhe, Sportkleidung und ein Schulranzen", zeigt Supterintendent Detlef Brandes das Problem auf. So kommen schnell über 300 Euro zusammen. Zwar fallen die Kosten im zweiten Schuljahr auf etwa 150 Euro zurück und bleiben bis zum Ende der Grundschule in dieser Größenordnung, doch dann steigen die Kosten wieder. Fast 350 Euro haben Eltern zu investieren, wenn ihr Kind die 5. Klasse einer weiterführenden Schule besucht. Die Kosten bleiben dann auch ziemlich konstant bei rund 200 Euro jährlich - ungeachtet der Schulform. Für Geringverdiener besonders perfide: "Sie erhalten pro Jahr 100 Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung - aber erst im August, während die Schnäpchen im Juni erfolgen", kritisiert Brande. "Die soziale Herkunft spielt eine große Rolle. Die Eltern versuchen alles zu ermöglichen, um ihren Kindern in der Schule gerecht zu werden", betont Ingrid Röttger, Sozialarbeiterin beim Kirchenkreis.

Zwei Gymnasiasten hätten im März gegen das System geklagt, weil die Arbeitsagentur die Kosten für Schulmaterial im Hartz-4-Regelsatz verortet sieht. "Das hat das Landessozialgericht in Celle aber anders gesehen", unterstrich Brandes. Der Fall werde wohl vor das Bundessozialgericht nach Kassel kommen. Brandes und Röttger appellieren aber an die Schulen: "Bitte prüfen Sie, welches Material Sie den Schülern zum Kauf aufgeben. Manchmal werden teure Arbeitshefte gekauft, die dann kaum oder gar nicht benutzt werden".

hug, 13.07.2016, 00:04
Redakteure LON

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