Dennis Melching sieht den Schwarzen Peter bei der HBL

Springe. 

Die Nachricht, dass Handball-Zweitligist Springe auf den Weg vor das Schiedsgericht der deutschen Handballliga verzichtete und damit erster Absteiger ist, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Nachdem Springes Manager Dennis Melching bis gestern jeden Kommentar verweigerte, äußerte sich der Club heute endlich in einer Pressemitteilung. Dort heißt es: „Nach der Prüfung und Rücksprache mit Rechtsanwalt Andreas Brinkmann, der die Erfolgsaussichten eines Schiedsgerichtsurteils mit den Beteiligten erörtert hat, wurde auf die Anrufung des Schiedsgerichtes verzichtet.“

Melching räumt weiterhin seinen Fehler ein, dass dem Lizenzantrag zugehörigen die Nachweise zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit „aus internen Gründen“ fehlten. Diese seien nachgereicht worden, fanden aber leider aus formalen Gründen der Fristversäumnis keine Berücksichtigung.

Für Melching ein Stück weit nicht nachvollziehbar: „Das Fristversäumnis ist unser Fehler, allerdings ist für mich die Entscheidung und die strikte Haltung der HBL unverständlich. Hier soll wohl auf Kosten eines kleinen Vereins ein Exempel statuiert werden.“ HBL-Pressesprecher Oliver Lücke hatte dazu gestern auf L.ON-Nachfrage erklärt, dass es vielmehr angesichts der deutlichen Fristverfehlung keinen Spielraum für die HBL gegeben habe.

Obwohl trotz der grandiosen Aufholjagd in der Rückrunde nun der Abstieg feststeht, gibt sich Melching für die Zukunft kämpferisch. Die Springer Handball GmbH und die Handballfreunde Springe als Lizenznehmer seien wirtschaftlich gut aufgestellt und hätten einer Lizenzprüfung problemlos standgehalten. In der kommenden Saison sei daher das gemeinsame Ziel Mannschaft, Verantwortlichen und Fans der unmittelbare Wiederaufstieg. Melchings Motto: „Jetzt erst recht.“

Schuldig blieb Springes Manager allerdings die Frage, warum er nicht früher den Weg an die Öffentlichkeit suchte. Dass er nicht eher mit offenen Karten spielte, dürfte bei vielen Fans für einige Verstimmung sorgen.

Bleibt trotzdem zu hoffen, dass alle ihre Enttäuschung überwinden und das Motto des Clubs „Eine Stadt, ein Verein, eine Leidenschaft“, in der kommenden Spielzeit mit Leben füllen. Die Rückrunde hat Spaß gemacht und hätte eine Wiederholung verdient.

pf, 28.04.2016, 19:46
Redakteure LON

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