Brezski spricht von "Hinrichtung" der Grundschule

Gestorfs Ortsbürgermeister Eberhard Brezski hat den Eindruck, dass die Stadt die örtliche Grundschule "systematisch ausbluten" lassen wolle.

Gestorf. 

Bereits in der Vergangenheit hat Gestorfs Ortsbürgermeister Eberhard Brezski die Vermutung geäußert, dass seitens der Stadt Springe versucht wird, eine Schließung der örtlichen Grundschule heimlich voranzutreiben. Nun sieht er sich in seinen Mutmaßungen erneut bestätigt. Wie der Ortsbürgermeister in der Ortsratssitzung am Mittwoch mitteilte, habe die Stadt ohne Einbeziehung der Landesschulbehörde eigenhändig die Schulleiterin Martina Rücker teilweise aus Gestorf abgezogen, um an der Grundschule Hinter der Burg in der Kernstadt auszuhelfen. Und das, obwohl die Unterrichtsversorgung durch einen längeren Krankheitsfall im Kollegium in Gestorf ohnehin schon kompliziert sei.

"Ich kann mich dem Eindruck nicht verwehren, dass unsere Grundschule hingerichtet werden soll", sagte Ortsbürgermeister Brezski. Dabei ging er auch mit dem zuständigen Fachbereichsleiter Clemens Gebauer hart ins Gericht. Brezski habe das Gefühl, dass Gebauer die Grundschule Gestorf "systematisch ausbluten" lassen möchte, um die Zusammenlegung mit der Grundschule Bennigsen als alternativlos erscheinen zu lassen.

Gebauer teilte auf "Leine-On"-Nachfrage mit, dass definitiv nicht die Stadt diese Entscheidung getroffen habe, sondern die Landesschulbehörde. Ihm liege ein entsprechendes Schreiben der Landesschulbehörde vom 18. Februar vor, in dem der Sachverhalt beschrieben sei. Auch der Pressesprecher der Landesschulbehörde Christopher Winkler teilte mit: "Die Landesschulbehörde hat ihrem gesetzlichen Auftrag entsprechend gehandelt." Darüber hinaus sei in Gestorf nach wie vor der Pflichtunterricht gesichert, sagte Winkler.

Dass Gebauer den Schulstandort Gestorf absichtlich schwächen wolle, wies der Fachbereichsleiter entschieden zurück. Bezüglich der fehlenden Ganztagsbetreuung in Gestorf sagte er: "Ich halte mich an den Ratsbeschluss aus dem Jahr 2012." Damals entschied der Rat, eine Ganztagsbetreuung nur dort an den Schulen vorzuschreiben, die über eine Zweizügigkeit verfügen. "Das ist in Gestorf nicht der Fall", so Gebauer. Wenn der Ortsbürgermeister dies ändern möchte, solle er doch einen entsprechenden Antrag stellen, sagte der Fachbereichsleiter abschließend.

msa, 26.02.2016, 00:01
Redakteure LON

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