"Billige Slapstick-Aufführung"

Springe. 

Die Schließung des Krankenhauses sorgt nach wie vor für hitzige Diskussionen in der Springer Politik. Nachdem die SPD erklärte, unter anderem vom damaligen CDU-Aufsichtsratsmitglied Gabriela Kohlenberg zu spät über die Schließung informiert worden zu sein, um noch entscheidenden Einfluss auf den Beschluss nehmen zu können, widersprach Springes CDU-Chefin Elke Riegelmann den Ausführungen der Sozialdemokraten und warf ihnen die Verbreitung von Fehlinformationen vor. Nun hat der Springer SPD-Vorsitzende Dr. Eberhard Brezski wiederum gekontert und die nächste Runde in der Krankenhaus-Debatte eingeläutet.

Die Ausführungen der CDU-Vorsitzenden seien "einfach nur eine billige Slapstick-Aufführung", sagt Brezski. "Insbesondere ist es lustig", so der Sozialdemokrat, "dass sie der SPD Wahlkampf vorwirft." Schließlich hielten doch gerade sie und Gabriela Kohlenberg das Thema "permanent am köcheln, um der SPD Springe - entgegen bessern Wissens - zu schaden."

Mehrere Punkte führt Brezski an, die er als Fakten und belegbar beschreibt: Es sei die SPD gewesen, die die Gefahr der Krankenhausschließung als erste publik gemacht [...] und sich massiv für einen Erhalt eingesetzt" habe. Zu diesem Zeitpunkt habe die CDU noch zu dem Thema geschwiegen. Auch Gabi Kohlenberg steht weiterhin in der Kritik der Springer Genossen. Da sie "in der entscheidenden Phase" aus dem KRK-Aufsichtsrat ausgeschieden sei, habe die CDU-Regionsabgeordnete den direkten Springer Einfluss auf die Entscheidung maßgeblich geschwächt. Erst später habe sie entsprechende Fragen formuliert, deren Antworten zu diesem Zeitpunkt ohnehin auf der Hand gelegen hätten.

Dass es nun in Form der Notfallambulanz überhaupt eine medizinische Versorgung durch das Klinikum Region Hannover gibt, sei ebenfalls auf den Einsatz der SPD zurückzuführen, so Brezski. "Im November 2014 ist es mir mit Untertsützung von Matthias Miersch gelungen, den ursprünglichen ersatzlosen Schließungsbeschluss des Krankenhauses in harten Verhandlungen mit Hauke Jagau zu kippen und gleichzeitig die Einrichtung des Runden Tisches sowie die Grundstrukturen der Notfall-Lösung zu verankern", erklärt der SPD-Vorsitzende.

Allerdings wisse auch er, dass die Situation in Springe ausbaufähig ist, sagt Brezski. "Wir versuchen, die Leistungen des KRH wieder zu erweitern, so dass die Springer wieder eine bessere medizinische Versorgung bekommen", erklärt er. Die SPD stelle im Gegensatz zu Gabi Kohlenberg nicht nur Fragen, sondern suche stattdessen aktiv die Gespräche, so Brezski.

msa, 20.04.2016, 09:44
Redakteure LON

Kommentare

Thomas Widemann - , 20.04.16 11:42:
Tja - der Umgang mit dem ehemaligen Krankenhaus in Springe ist jetzt bereits ein Wahlkampfthema.
Es wird m.E. bald mit noch härten Bandagen zwischen der CDU und der SPD gekämpft werden;mal sehen ob es dadurch nicht einen lachenden Dritten gibt?
WNiAlt - , 20.04.16 20:43:
- der Aufsichtsrat der KRH hat sich die Medizin-Strategie entwickeln lassen, weil die Zuschüsse aus Steuergeldern politisch nicht mehr akzeptabel waren. Auf diesen politischen Druck wurde reagiert zu Lasten des Umlandes
- die große Masse des Geldes wurde in Hannover verheizt (z.B.Siloah), dagegen waren die angeblichen Defizite im Klinikum Springe lächerlich
- die Sitzungen des Aufsichtsrates KRH sind nicht öffentlich und unterliegen der Vertraulichkeit. Den Vorsitzt hat Genosse Jagau
- wenn es nur um Kosteneinsparungen gegangen wäre, wäre die Alternative eines Verkaufes des Klinikum Springe naheliegend gewesen - hätte der KRH sogar Geld in die Kasse bringen können. Diese Möglichkeit wurde aber kategorisch ausgeschlossen
- die finale Entscheidung zur Schließung wurde nicht durch die KRH sondern durch den Mehrheitsbeschluss von SPD und Grünen im Regionsparlament getroffen
- die Volksvertreter von SPD und Grünen (ausgenommen Frau Thielmann Dittert) haben hier unter der Führung von Herrn Jagau entgegen ihrer Wahlversprechungen und entgegen des Koalitionsvertrages entschieden
- der Runde Tisch zur Notfallambulanz ist nicht durch die Springer SPD erreicht worden, sondern durch die massiven Bürgerproteste
- Herr Jagau hat sich bei diesem Runden Tisch vorbehalten, zu entscheiden, welche Teilnehmer aus Springe er akzeptiert. Teilnehmer mit interner Sachkenntnis hat er abgelehnt
- die SPD hat bei den Sitzungen mehr gefehlt als teilgenommen (Herr Dr. Bretzki)
- inzwischen rudert man in Lehrte und Burgdorf bezüglich der Schließungspläne zurück - die Kommunalwahl lässt grüßen - Springe war das einfachste Opfer weil hier die Genossen den wenigsten Widerstand und die größte Linientreue gezeigt haben (SPD Regionsabgeordneter Herzig Bennigsen)

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