"Bei mir ist nichts zu holen..." - von wegen

Springe. 

Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt besonders in der dunklen Jahreszeit zu. Springes Kontaktbeamter Jens Günter ist es wichtig, die Bevölkerung über das Thema zu informieren. „Ich möchte Ihr Ansprechspartner sein“, sagte er in der Sitzung des Ortsrates Gestorf, die er mit seinem Kollegen, Polizeikommissar Christian Krone, besuchte.

Günther hielt an diesem Abend einen sehr informativen und unterhaltsamen Vortrag zum Thema: Prävention, Einbruchschutz und Nachbarschaftshilfe. „Wohnungseinbrüche in den eigenen vier Wänden hinterlassen nicht nur materielle Schäden, sondern in erster Linie psychische Spuren“, berichtete er. Menschen bei denen eingebrochen wird, litten oftmals noch jahrelang nach der Tat unter Angstzuständen bis hin zur posttraumatischen Belastungsstörung. Besonders bei Frauen und Kindern sitze der seelische Schaden tief und die Folgen des Einbruchs seien so gravierend, dass eine längerfristige Therapie von Nöten ist. Nicht selten führt ein Einbuch gar zu einem Wohnungswechsel. „Sie waren an meinen persönlichsten Sachen dran“ - es ist die Zerstörung der Privatsphäre, die zu einem Alptraum wird.

In der Tat nimmt die Zahl der Wohnungseinbrüche stetig zu und auch Springe bleibt von der beunruhigenden Statistik nicht verschont. Dabei liegt hier die Aufklärungsquote von etwa 20 Prozent weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Jens Günter räumt im Laufe des Vortrags mit vielen falschen Vorstellungen zum Thema „Einbruch“ auf: ""Bei mir ist nichts zu holen...“ ist ein immer wiederkehrendes Argument. Ein Irrtum. Im Schnitt liegt der Wert der Beute bei 50 Euro. Der ideelle Wert der Familienerbstücke ist hingegen meist unersetzbar", weiß Günter aus zahlreichen Delikten. Auch die Vorstellung, dass Einbrecher immer nachts kommen, sei schlicht falsch. "Auch tagsüber werden die Diebe von leeren Häusern angelockt und in der dunklen Jahreszeit ist es die frühe Dämmerung, die die Einbrecher nutzen", so Günter. Nicht zu unterschätzen seien daher Nachbarschaftshilfe, technische Prävention und staatliche Förderung von Einbruchsschutz in Form von zinsgünstigen Krediten.

Jens Günther betonte die Bedeutung einer guten und vertrauensvollen Nachbarschaft und der bewussten Wahrnehmung seines Umfelds und rät, auf verdächtige Personen zu achten. Seine Botschaft an diesem Abend lautete: „Haben Sie keine Sorge, dass Sie nicht ernst genommen werden und alarmieren Sie die Polizei. Rufen Sie an, wenn Sie verunsichert sind, oder Ihnen die Situation ungewohnt vorkommt“.

Das Polizeikommissariat in Springe ist 24 Stunden an sieben Tagen der Woche besetzt und unter 05041-94290 erreichbar.

Wer sich darüber hinaus über das Thema informieren möchte, kann zum Thema „Einbruchschutz“ kostenlose Broschüren anfordern, oder bei der Polizeidirektion Hannover in der Zentralstelle für Technische Prävention an einer kostenlosen Beratung zum Schutz vor Einbruch, Diebstahl und Überfall teilnehmen.

sza, 12.11.2016, 07:41
Redakteure LON

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