Asylunterkunft Am Kalkwerk: Ortsrat stimmt gegen Prüfung

Mit knapper Mehrheit stimmte der Springer Ortsrat gegen die Prüfung einer Fläche Am Kalkwerk als mögliche Wohnfläche.

Springe. 

Die Stadt steht unter Zeitdruck. Bis Ende April müsssen laut Verteilungsquote 341 Asylbewerber in Springe untergebracht werden. Eine Zahl, die eine rein dezentrale Unterbringung unmöglich macht. Zahlreiche Grundstücke kämen für die Stadt als Fläche für Sammelunterkünfte - ähnlich dem ehemaligen Pflegeheim Roddau - infrage. So auch eine Fläche nahe der Bahnlinie im Gebiet Am Kalkwerk. Der Springer Ortsrat stimmte am gestrigen Abend mit knapper Mehrheit nun gegen die Prüfung dieses Standorts als potenzielle Fläche.

Sechs Ortsratsmitglieder stimmten dagegen (CDU und zwei SPD-Leute), fünf (dreimal SPD und Grüne) dafür. Als Grund nannten die kritischen Stimmen überwiegend eine angeblich nicht ideale Lage. Eine dortige Unterkunft könnte durch ihren etwas abgelegenen Standort zu einer "Ghetto-Bildung" führen, sagte Marita Kürsten (SPD). Fachbereichsleiter Reinhard Schade entgegnete, die Infrastruktur sei dort erheblich besser als an anderen potenziellen Standorten, unter anderem durch ein bereits bestehendes Wohnviertel sowie Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Auch Uwe Mügge (Grüne) sah den Standort als akzeptabel an. "Die Roddau-Unterkunft liegt im Süden der Stadt. Am Kalkwerk hätten wir dann auch eine im Norden", sagte er. Dies würde auch zu einem Ausgleich im Hinblick auf die Schulbezirke führen, so der Grüne. Die einen würden zum Einzugsgebiet der Grundschule Hinter der Burg gehören, die anderen zum Gebiet der Grundschule am Ebersberg. Außerdem ginge es erst einmal um die Prüfung, ob dort überhaupt Wohnbebauung möglich ist, nicht um einen konkreten Bauauftrag, bemerkte Mügge.

Mit knapper Mehrheit setzten sich dann allerdings die Zweifel im Ortsrat durch. Dies führt nun zu einer Ausnamesituation. Denn: Am Abend zuvor hatte der Planungs- und Umweltausshuss sein positives Votum bezüglich der Prüfung abgegeben - vorausgesetzt, der Ortsrat stimmt ebenfalls zu. Nun ist die Verwirrung groß. Wie geht es nun weiter? Auch Reinhard Schade wusste dies auf Anhieb nicht. Möglich wäre jedoch, dass der Verwaltungsausschuss sich noch auf eine gemeinsame Lösung verständigt.

msa, 25.02.2016, 08:23
Redakteure LON

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