Asyl: Kommunale Amtshilfe endet

Barsinghausen / Gehrden / Wennigsen / Ronnenberg / Laatzen / Pattensen / Springe / Hemmingen. 

Das Land Niedersachsen reduziert die Verteilung von Asylsuchenden auf die Kommunen ein weiteres Mal auf 1.000 bis 1.500 Menschen pro Woche. Eigentlich war geplant, bis Ende März wöchentlich 3.500 Asylsuchende aus der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen auf die Kommunen zu verteilen. Auch die kommunale Amtshilfe wird aufgrund der niedrigeren Zahlen zum Ende des Monats aufgehoben. Gleichzeitig sehen sich die Kommunen weiterhin großen Herausforderungen bei der Unterbringung ausgesetzt.

Die Stadt Laatzen nimmt nach wie vor 30 bis 50 Asylbewerber pro Woche auf. Die Zahlen haben sich laut Stadtsprecher Matthias Brinkmann nicht verändert und werden auch in Zukunft auf ähnlichem Niveau bleiben. Um die zugewiesenen Flüchtlinge auch weiterhin unterbringen zu können, plant die Stadt derzeit drei weitere Unterkünfte zu bauen bezoehungsweise in Betrieb zu nehmen. Ab Ende April sollen rund 200 Personen in einem Bürogebäude in der Gutenbergstraße 15 untergebracht werden, in der Pestalozzistraße weitere 60 gegen Ende des Jahres. Für 2017 ist in Rethen der Neubau eines Flüchtlingswohnheims in Rethen geplant. Dort sollen weitere 130 Personen Unterschlupf finden. Des Weiteren sucht die Stadt gemeinsam mit der Region Hannover nach einem weiteren Standort einer Unterkunft in Containerbauweise.

Auch in Springe ist in den vergangenen drei Wochen die Zahlen von Neuankömmlingen zurückgegangen. Hieraus könne aus Sicht der Stadt jedoch noch keinen Trend abgeleitet werden, was eine Einschätzung der Zuweisungen für die kommenden Wochen erschwere. Bislang wurde eine Massenunterkunft mit 75 Plätzen im ehemaligen Pflegeheim "Roddau" Anfang Januar in Betrieb genommen. Mit der Entscheidung des Rates am Donnerstag sollen nun zwei Flächen geprüft werden, auf denen jeweils eine Unterkunft für rund 100 Personen entstehen könnte. Des Weiteren steht nach wie vor offen, ob und wann im ehemaligen Krankenhaus eine Erstaufnahme eingerichtet wird.

In Gehrden sind derzeit bis auf die Großobjekte im Bünteweg und im Knülfeld keine weiteren Unterkünfte in Planung. Die Anmietung von Wohnraum für Einzelpersonen und Familien läuft weiterhin. Seit dem 11. Februar wurden in der Burgbergstadt keine Flüchtlinge aufgenommen. Das ist der zur Zeit nicht vorhandenen Unterbringungsversorgung geschuldet. Ab dem 21. März rechnet die Verwaltung mit neuen Zuweisungen. Gehrden muss bis Ende April noch 82 Personen aufnehmen und kann diese Aufnahmequote auch durch den Bau der Unterkunft „Bünteweg“ bis zum Mai erfüllen. Per 15. März muss Gehrden bis Ende April insgesamt 114 Personen aufnehmen.

Das Land und die Gemeinde planen keine Unterkünfte in Wennigsen über die bereits bekannten Standorte hinaus. Derzeit erfolgt eine normale Zuweisung von acht bis zwölf Personen pro Woche. Einen Trend kann Fachbereichsleiterin Barbara Zunker zum derzeitigen Zeitpunkt nicht erkennen, "da es sich durch die Schließung der Grenzen in Europa nur um eine temporäre Unterbrechung handeln wird."Die Landesaufnahmestellen werden weiterhin kontinuierlich an die Kommunen zuweisen um neue Aufnahmeplätze schaffen zu können. Durch die geplante Fertigstellung der Max-Planck-Straße im April wird die Gemeinde Wennigsen auch in vier Wochen die bisherige Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen müssen. "Eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar und kann auch erst im Rahmen der Ergebnisse der Verhandlungen im europäischen Gesamtrahmen prognostiziert werden." Per 15. März muss Wennigsen bis Ende April insgesamt 127 Personen aufnehmen.

In Ronnenberg sind keine weiteren Unterkünfte in Planung, außer die bekannten, wie die Festplätze Ronnenberg und Empelde, Waizenkamp, die ehemalige Zulassungsstelle und die Fläche vor dem Rathaus. Insgesamt leben 363 Flüchtlinge in Ronnenberg. Bei 66 weiteren Personen stellt die Stadt die Unterbringung. "Eine leichte Entspannung haben wir durch die Verschiebung der Quote bis Ende April", berichtete der Erste Stadtrat Torsten Kölle. 

Ähnlich sieht es in der Stadt Hemmingen aus. Auch hier seien die Standorte bekannt. "Diese wurden auf der vergangenen Informationsveranstaltung in der KGS vorgestellt", so der Fachbereichsleiter Sven Bertram. Geplant sind neben den bereits bestehenden Sammelunterkünfte im Gewerbegebiet noch zwei weitere in nächster Nähe fertig zu stellen. "Die Stadt sucht auch weiterhin Mietwohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen." Seit dem 15. Februar hat die Stadt insgesamt 24 Schutzsuchende aufgenommen. Momentan leben 332 Flüchtlinge in Hemmingen verteilt.

Barsinghausen und Pattensen haben auf die Anfrage der Redaktion vom Montag bisher nicht geantwortet. Sobald von dort Informationen vorliegen, werden wir diese hier ergänzen.

hug / cms / msa, 18.03.2016, 10:53
Redakteure LON

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