Veruntreuung? Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-HVB-Vertrauten

Symbolfoto "Gerichtssaal"

Barsinghausen. 

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den ehemaligen Sportmarketing-Verantwortlichen des Handballvereins Barsinghausen (HVB). Dem 49-jährigen Barsinghäuser wird vorgeworfen, Gelder des 400 Mitglieder zählenden Vereins aus dem Marketing-Vertrieb veruntreut zu haben. Dem Vernehmen nach geht es um mehrere Tausend Euro. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge gegenüber CON bestätigte, hat der HVB Strafanzeige gegen den Barsinghäuser erstattet. Es geht um den Vorwurf der Untreue.

Auf CON-Nachfrage erklärte der Vorstand des HVB lediglich, dass ein notariell beglaubigtes Schuldanerkenntnis ihres bisherigen Vertrauten vorliege. "Der Beschuldigte hat finanzielle Verpflichtungen uns gegenüber zivilrechtlich anerkannt", teilten die Vorstandsmitglieder Marc Brandes und Gerd Köhler mit. "Nähere Angaben zu den Umständen werden wir auf Anraten unseres Anwalts derzeit nicht öffentlich machen", betonten beide. "Es ist ein laufendes Verfahren. Der Vereins- und Spielbetrieb ist aber nicht in Gefahr, es läuft alles weiter", betonte Brandes. „Wir sind menschlich enttäuscht, unser jahrelanges Vertrauensverhältnis ist nachhaltig zerstört worden“, so der HVB-Vorstand über ihren langjährigen Mitstreiter.

Gegenüber CON zeigte sich der frühere HVB-Intimus geschockt: "Ja, es bestehen Verpflichtungen und ich zahle das Geld auch zurück", räumte er umgehend ein. "Offenbar gibt es aber unterschiedliche Interpretationen des Vertrages zwischen uns", erklärte er weiter. "Ich habe mich immer gemäß meiner Interpretation an den Vertrag gehalten. Es stimmt, dass ich einen fälligen Betrag gerade nicht zahlen konnte, aber ich habe eine schnelle Lösung des Problems angestrebt und die haben wir auch gefunden. Ich verstehe deshalb auch gar nicht, warum das jetzt in dieser Weise läuft", wunderte er sich. Nach Angaben des Beschuldigten habe es Briefwechsel gegeben, die eine Einigung beinhaltet hätten. "Ich war davon ausgegangen, dass wir das Thema auf dem Wege geregelt bekommen", erklärte er abschließend.

Der Beschuldigte ist Inhaber einer Sportmarketing-Firma, die schon für die TSV Barsinghausen-Sparte Handball und entsprechend seit Gründung des HVBs die anvertrauten Sponsoren-Gelder von etwa 90 Sponsoren einwarb und verwaltete. Den Vertrag mit ihrem bisherigen Geschäftspartner hat der Verein inzwischen gekündigt, am 4. September erstattete der HVB über einen Anwalt Strafanzeige. Wie hoch der tatsächliche Schaden ist, kann derzeit laut Vorstand noch nicht beziffert werden. Die Mitglieder des HVBs wissen bislang noch nichts von den Vorkommnissen, sollen aber vom Vorstand informiert werden: "Spätestens zur Jahreshauptversammlung", erklärte der Vorstand.

Auf die Ehrenamtlichen ist derweil viel Arbeit zugekommen - der Beschuldigte hatte für den Verein die gesamte Buchhaltung, Verbandsangelegenheiten und alle weiteren administrativen Sachverhalte wie den Beitragseinzug geleistet.

hug / bri, 04.10.2015, 21:00
Redakteure LON

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