Spitzenspiel endet im Remis

Langreder / Pattensen / Koldingen. 

Ein Treffer kurz vor Schluss ließ den Traum von einem Sieg gegen den bisherigen Tabellenführer SG Pattensen/Koldingen platzen: Nach dem 1:1 im Kreisliga-Heimspiel gegen taktisch gut eingestellte und extrem kampfstarke Gäste bleibt die U13 des JFV Calenberger Land aber zumindest weiterhin ohne Niederlage. „Ich bin ein bisschen enttäuscht“, räumte Coach Christian Michalek ein, „aber hauptsächlich von mir, weil ich die Jungs offenbar nicht so einstellen konnte, dass sie ihre Topleistung abliefern.“ Es brauche halt noch ein wenig Zeit, bis sich die Mannschaft gefunden habe. „Die Jungs haben aber natürlich auch viele gute Sachen gezeigt. Und letztlich war es ja auch ein richtig starker Gegner.“

Grämen muss er sich allerdings nicht: Denn zum einen trafen seine Schützlinge auf einen gut besetzten, homogenen, sehr eingespielt wirkenden Kontrahenten, der nicht von Ungefähr selbst Titelambitionen hegt, zum anderen war das neu formierte JFV-Team dem Sieg letztlich trotz Schwächephasen näher als der Gegner: Unterm Strich verbuchten die Calenberger nämlich ein klares Chancenplus.

Andererseits: Als unverdient kann der Punktgewinn der SG nun auch nicht bezeichnet werden, denn die Gäste waren in der ersten Viertelstunde das bessere Team – ohne sich allerdings zwingende Möglichkeiten zu erarbeiten. Außerdem erspielten sich die Pattenser in der zweiten Hälfte in den sieben, achten turbulenten Minuten unmittelbar nach dem 0:1-Rückstand drei dicke Chancen. Außerdem: Sie gaben niemals auf, bewiesen beeindruckende Moral und fighteten leidenschaftlich bis zum Abpfiff.

Aber der Reihe nach: Die Gastgeber fanden in den ersten 15 Minuten überhaupt keinen Rhythmus. Die SG-Youngster wirkten aggressiver, spritziger, stellten ihre Kontrahenten clever zu und unterbanden so das gewohnte gepflegte Aufbauspiel der Calenberger. Der JFV wurde so zu langen Bällen gezwungen, die zunächst fast alle – schlecht getimt – bei den Pattensern oder im Niemandsland landeten. Und weil die Hausherren zudem nicht konsequent genug nachrückten, gewannen sie in der Offensive auch zu wenige zweite Bälle. Auf der anderen Seite fanden die Pattenser im Mittelfeld zwar häufig einen freien Mann, doch wirklich gefährlich wurden auch die Gäste nicht: Zumindest die Defensive der Calenberger arbeitete konsequent, und in den direkten Zweikämpfen präsentierten sich auch die Gastgeber bissig. JFV-Keeper Adrian Grubesic musste lediglich einen Fernschuss und einen Freistoß parieren, dazu einige zu lang geratene Pässe abfangen.

Nach einer Viertelstunde lieferte der JFV dann aber doch den ersten gelungenen Angriff ab, allerdings scheiterte Jona Renner frei vor dem SG-Tor am glänzenden Pattenser Keeper. Gleiches passierte nur wenig später Amoro Diedhiou und Mika Polat, die ebenfalls zwei Hundertprozentige vergaben. Zudem verfehlte Paul Bock nach einem schönen Solo aus zehn Metern nur ganz knapp das Gehäuse. Die Calenberger waren in dieser extrem intensiven, verbissen geführten, hart umkämpften und hüben wie drüben immer wieder von Fouls geprägten Partie nun Chef im Ring, und ihnen glückte auch der eine oder sehenswerte Angriff. Bis zur Pause blieb es jedoch beim 0:0. „In so einem engen Spiel muss man die wenigen Chancen, die man kriegt, besser nutzen“, konstatierte Michalek.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber zunächst am Drücker. Ihre Offensivaktionen wirkten stets gefährlich, und Mika Polat brachte den JFV dann auch verdientermaßen in Führung (39.). Doch die Gäste wirkten keineswegs geschockt, im Gegenteil: Sie stemmten sich vehement gegen die drohende Niederlage. Sie zwangen die Calenberger immer wieder in Zweikämpfe, pressten, provozierten so einige Fehler und kamen auf diese Weise zu drei erstklassigen Möglichkeiten: Zweimal parierte Adrian Grubesic stark, einmal rettete der Pfosten. „Da haben wir im Defensivverhalten nicht so gut ausgesehen und echt Glück gehabt“, räumte der JFV-Coach ehrlich ein. Nach rund sieben, acht Minuten hatten sich die Calenberger wieder gefangen, der Angriffselan der Gäste ebbte etwas ab. Die SG blieb zwar in Ansätzen gefährlich, doch das JFV-Team ließ in letzter Konsequenz kaum noch etwas zu und fuhr selbst einige aussichtsreiche Angriffe: Aber weder Gabriel Michalek und Jona Renner, noch Mika Polat, Hamza Ata, Felix Dießel oder Amoro Diedhiou brachten den Ball am glänzenden SG-Torhüter vorbei. So kam es, wie es kommen musste.

Nach einem Foul an der Strafraumkante gab es Freistoß für die Gäste: Den ersten Schuss konnte der JFV-Torwart noch abwehren, doch gegen den Abstauber aus Nahdistanz war er machtlos (56.). Beide Seiten wollten den Dreier, gaben alles, kämpften um jeden Zentimeter.

Sekunden vor dem Abpfiff startete Amoro Diehiou noch einmal ein fulminantes Solo und scheiterte aus spitzem Winkel erneut an Pattensens Nummer eins, auch der Nachschuss von Hamza Ata fand nicht den Weg ins Gästetor. Den letzten Kracher gab Mika Polat ab: Doch sein 20-Meter-Freistoß sauste über den Querbalken.

Unterm Strich war es ein temporeiches, unterhaltsames, extrem intensives und zumindest phasenweise auch gutklassiges D-Junioren-Spiel zwischen zwei Teams auf Augenhöhe. Ein Duell, das ganz offenkundig auch die Trainer sowie das eine oder andere Elternteil an der Seitenlinie überdurchschnittlich erhitzte. „Aber nach dem Spiel ist alles wieder im grünen Bereich", resümierte Trainer Michalek.

hug, 25.09.2015, 07:59
Redakteure LON

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