Rot gegen Oliver Tesch stachelt die Handballfreude an

Oliver Tesch fiebert beim Hallensprecher

Springe. 

Die Halle an der Harmsmühlenstraße glich heute Abend nach dem Abpfiff einem Tollhaus. Die Spieler der Handballfreunde tanzten über das Feld und wurden von ihren Fans frenetisch gefeiert. Die Party wollte kein Ende mehr nehmen. Auch wenn der 31:29 (14:15)-Sieg gegen den Ferndorf nur ein kleiner Schritt aus dem Tabellenkeller der zweiten Liga ist und die Rote Laterne weiterhin in der Deisterstadt leuchtet, so ist der Sieg doch Nahrung für Aufbruchstimmung.  

Als TuS-Torjäger Alexander Koke die Gäste 29:28 (57.) in Führung warf, schien trotz einer tollen Leistung mal wieder die Punkte verloren. Doch mitnichten. Mit viel Herz und dem nötigen Glück drehte die Mannschaft das Spiel. Fabian glich zunächst aus (58.) und traf nach einem Ballgewinn zur 30:29-Führung. Mit einer Glanzparade verhinderte der starke Robert Wetzel den Ausgleich und die Fans tobten. Pech: Der Abpraller landete bei den Gästen und nach einer unglücklichen Abwehraktion bekam Maximilian Schüttemeyer eine Zeitstrafe. In Unterzahl war Springes Abwehr aber heute kaum zu bezwingen, erkämpfte sich 27 Sekunden vor Schluss den Ball, den Pawel Pietak eiskalt versenkte. „Die Zuschauer haben uns geholfen. Das war super wichtig.“

Nur 516 waren gekommen. Die sahen eine Mannschaft, die von der ersten Sekunde um jeden Zentimeter Hallenboden kämpfte und ein starkes Comeback von Hendrik Pollex, der mit seinem ersten Ballkontakt nach einem Vierteljahr Verletzung zum 10:9 (21.) traf. In einem offenen Schlagabtausch lag Ferndorf zur Halbzeit vorn und erhöhte nach Wiederanpfiff gar auf 17:15 (33.). Doch Springe konterte zum 19:17 (36.). Die Mannschaft hatte immer eine Antwort. Vor allem als Abwehrchef Oliver Tesch von den schwachen Schiedsrichtern die Rote Karte sah. Die stachelte das Team zusätzlich an. Robert Wetzel vernagelte jetzt minutenlang sein Tor, doch vorne wurden beste Chance ausgelassen: Pietak verballerte zwei Gegenstöße und Fabian Hinz einen Siebenmeter. Dazu wurden die Schiedsrichter aus Sicht der Fans zum achten und neunte Mann Ferndorfs. Für Springes Abwehr gab es gefühlt in jeder Aktion eine Zeitstrafe, während auf der anderen Seite die Pfeife stumm blieb. Dafür erkannten die Unparteiischen mehrfach auf passives Spiel gegen Springe. Am Ende half den Gästen alles nichts, Springes Wille war größer.

Springe: Robert Wetzel Mustafa Wendland, Nils Eichenberger (1), Tim Coors (4), Arek Bosy, Jannis Fauteck (5), Fabian Hinz (8/2), Faruk Halilbegovic, Lukas Ossenkopp (4), Maximilian Schüttemeyer, Hendrik Pollex (2), Oliver Tesch (2), Pawel Pietak (5).

Stimmen:

Slava Gorpishin (Interimstrainer Springe): „Das war nur ein Mikroschritt heute. Aber Dank an die Mannschaft (lacht): Die haben gemacht, was der Trainer gesagt hat. Wichtig ist im richtigen Moment kein Gegentor zu bekommen. Das haben wir heute geschafft.“

Michael Lescht (Trainer Ferndorf): Das tut uns heute richtig weh. Wir wollten mi einem Sieg in den Rhythmus für die Rückrunde kommen. Aber unser Überzahlspiel hat uns das Genick gebrochen.

Dennnis Melching (Manager Springe): Die Vorbereitung hat Früchte getragen. Mit Einzelspielern hätten wir nicht gewonnen. Aber wir haben in Abwehr und Angriff als Team gearbeitet.

Hendrik Pollex (erstes Spiel seit Oktober): „Ich bin total platt (lacht). Wir hatten am Ende auch eine Portion Glück. Wichtig war, dass wir 60 Minuten Vollgas gegeben haben. Durch den Sieg haben wir Selbstvertrauen getankt. So kann es weitergehen und vielleicht der Anfang für eine Serie sein.“

pf, 07.02.2016, 00:07
Redakteure LON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?