Robert Wetzel ist der Turm in der Schlacht

Hameln. 

Robert Wetzel zuckte nur kurz, wehrte den Siebenmeter von Ferdinand Michalek ab und reckte die Faust nach oben. 531 Zuschauer feierten ihren Torhüter, der mit 18 Paraden Matchwinner beim 26:23 (13:10)-Sieg gegen Neuhausen war, womit die Deisterstädter erstmals die Abstiegsränge der zweiten Liga verließen.

Obwohl weiterhin unklar ist, ob es die Lizenz für die nächste Saison gibt, zeigte sich die Mannschaft unbeeindruckt und fuhr in einem echten Kampfspiel verdient beide Punkte ein.

Die Partie in der Rattenfängerhalle begann allerdings zäh. Erst nach dreieinhalb Minuten gelang Lukas Ossenkopp der erste Treffer. Neuhausen war danach bemüht, das Spiel der Hausherren mit Härte zu zerstören. Erst bei 7:6 (18.) fand Springe seinen gewohnten Angriffsrhythmus. Pawel Pietak traf zweimal blitzsauber von außen und auch das Gegenstoßspiel flutschte endlich. So zog Springe auf 13:9 davon. Ärgerlich – mit der Pausensirene gelang Neuhausen das zehnte Tor.

Die Gastgeber zeigten sich allerdings unbeeindruckt und hielten den Abstand bis 18:14 (40.). Während Neuhausen sich in der Deckung nahezu alles erlauben konnte, flogen stattdessen Fannis Fauteck und Fabian Hinz raus. Springe war plötzlich nur noch zu viert und verlor die Linie. Neuhausen verkürzte auf 18:17 (45.) und war drauf und dran, das Blatt zu wenden. Doch Robert Wetzel hatte etwas dagegen und verhinderte mit drei Glanzparaden den Ausgleich. Irgendwie symbolisch: Fauteck (2) und Hinz brachten die Handballfreunde beim 21:18 zurück auf die Siegerstraße.

Der Rest war mal wieder viel Jubel und Party mit den Fans. Auch Lukas Ossenkopp, der nach einer Viertelstunde nach einem Schlag aufs Knie raus musste, konnte wieder lachen: „Jetzt muss man uns erstmal wieder verdrängen.“

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland; Maximilian Kolditz (1), Nils Eichenberger, Tim Coors, Arek Bosy, Jannis Fauteck (2), Fabian Hinz (9/3), Lukas Ossenkopp (1), Maximilian Schüttemeyer (2), Hendrik Pollex (4), Oliver Tesch (3), Pietak (3).

Stimmen:

Alexander Stevic (Trainer Neuhausen): Wir haben gegen die aggressive Deckung von Springe zuviel liegenlassen lassen. So kann man kein Auswärtsspiel gewinnen. Beim 18:17 hatten wir eine kleine Chance, aber vergeben wir leider drei Bälle

Slava Gorpishin (Trainer Springe): Das war nicht schön zu gucken. Wir müssen uns bei Robert bedanken. Das waren seine zwei Punkte. Aber egal, auch solche Spiele muss man gewinnen. Wir fahren jetzt am Freitag nach Bietigheim, um zu kämpfen.“

pf, 24.04.2016, 21:06
Redakteure LON

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