Robert Wetzel hält Springes Serie fest

Hameln/Springe. 

632 Zuschauer in der Hamelner Rattenfängerhalle sahen gestern gegen die Rimpar Wölfe einen Krimi, der für Springe beim 21:24 (57.) verloren schien. Mit unbändigem Willen und einem überragenden Robert Wetzel (17 Paraden) im Tor rettete das Zweitligaschlusslicht mit 24:24 (11:11) einen verloren geglaubten Punkt.

Nach dem 22:24 von Fabian Hinz hatte Springe Glück, dass Rimpars Patrick Schmidt nur den Pfosten traf. Erneut Hinz machte es besser. Noch 95 Sekunden. Teufelskerl Wetzel sorgte dafür, dass die Handballfreunde eine Minute vor Schluss erneut in Ballbesitz kamen. Die Uhr zeigte 59:50, als Coors unter tosendem Jubel der Fans zum Ausgleich traf. „Einfach geil. Ich hatte die Uhr nicht im Blick. Aber es war Zeitspiel angezeigt. Da musste ich werfen.“

Perfekt hatte das Spiel auch begonnen. Wetzel entschärfte zwei Siebenmeter und Springe ging 4:2 in Führung (9.). Es entwickelte sich ein Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen und beidseits technischen Fehlern. Rimpar zunächst cool vor dem Tor und drehte die Partie zum 8:10 (24.). Angetrieben von den Fans kämpfte Springe um jeden Zentimeter Boden. Bezeichnend: Gleich gegen drei Gegenspieler erzwang Oliver Tesch das 10:10 (28.).

 „Für Springe geht es um viel, aber sie machen das ordentlich“, sagte Jens Bürkle, Trainer der TSV Hannover-Burgdorf in der Pause. Natürlich drückte der Recken-Coach seinem Ex-Club Rimpar die Daumen: „Es macht Spaß, ein paar Jungs wiederzusehen.“

In seier stärksten Phase zog Springe nach Wiederanpfiff 16:13 (37.) davon. Nach zwei krassen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter, die erst ein siebenmeterreifes Foul an Arek Bosy übersahen und ein irreguläres Tor der Wölfe zum 17:17 (42.) gaben, kippte das Spiel.

Lukas Ossenkopp brachte Springe nochmal 18:17 in Führung (43.), doch offensiv ging nicht mehr viel. Zum einem häuften sich die technischen Fehler und man scheiterte etliche Male am starken Konstanin Madert im Wölfe-Tor. Nur dank Robert Wetzel blieb Springe im Spiel. Beim 21:23 parierte er seinen dritten Siebenmeter und kratzte einen „Unhaltbaren“ aus dem Winkel. Weil Hendrik Pollex jedoch zweimal freistehend scheiterte, schien die Partie nach dem Tor von Bötsch zum 21:24 entschieden…

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland, Nils Eichenberger, Tim Coors (2), Arek Bosy (2), Jannis Fauteck (3), Fabian Hinz (5/3), Faruk Halilbegovic, Lukas Ossenkopp (1), Maximilian Schüttemeyer (6), Hendrik Pollex (1), Oliver Tesch (3), Pawel Pietak (2).

Stimmen:

Slava Gorpishin (Co-Trainer Springe): „Wenn kurz vor Schluss mit drei Toren zurückliegt, ist es natürlich ein Punktgewinn. Es war heute nicht der Tag unseres Angriffs. Da haben wir höchstens 80 Prozent gespielt. Man muss aber die Leistung von Rimpars Torhütern anerkennen. Wir fahren jetzt am Sonntag nach Emsdetten, da muss man sehen, wie es läuft. Die Jungs sind bereit zu kämpfen.“

Matthias Obiger (Trainer Rimpar): „Es ist natürlich sehr ärgerlich, dass wir den Sack nicht zugemacht haben.“

Robert Wetzel (Torhüter Springe): „Es wäre schön gewesen, beide Punkte zu holen. Wir wollten unbedingt gewinnen, deshalb ist die Freude etwas gedämpft. Aber wir haben nicht viel Zeit, um enttäuscht zu sein, Sonntag geht es ja schon weiter.

Arek Bosy (Kreisläufer Springe), zu seinem irren Hechtsprung, mit dem er bei 17:16 hinten ein Ball abfing: „Wenn ich vorne so eine dicke Chance vergebe, muss den Ball wiederholen.“

pf, 20.02.2016, 01:23
Redakteure LON

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