Recken erkämpfen Punkt gegen SG Flensburg

Sven-Sören Christophersen

Hannover. 

Nach dem Abpfiff gab es in der Swiss-Life-Hall kein Halten mehr. Wie die Kinder tollten die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf über das Feld und feierten mit 4100 begeisterten Fans das 25:25 (10:15) gegen Flensburg. 41 Sekunden vor Schluss wuchtete Sven-Sören Christophersen den Ball zum Ausgleich in die Maschen und krönte die tolle Aufholjagd nach einem geilen Handballabend.

Für Torge Johannsen doppeltes Glück. Zum ersten Mal nach seiner schweren Knieverletzung stand der Kapitän wieder auf Feld: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir das noch schaffen.“

Nach 49 Minuten schien das Spiel gelaufen. 24:18 führten die Gäste und hatten bis dahin alles im Griff. Dann humpelte auch noch Recken-Spielmacher Morten Olsen verletzt vom Feld. Der Weckruf zum Endspurt. Mit vier schnellen Toren verkürzten die Recken auf 22:24 (53.). Jetzt explodierte die Stimmung. Mit einer Glanzparade brachte der eingewechselte Malte Semisch im Tor wieder in Ballbesitz, doch sein langer Pass auf Kai Häfner landete wieder bei Flensburg. Die Recken kämpften und schlugen auch nach dem 22:25 (55.) zurück. Als Lars Lehnhoff bei 23:25 klar gefoult wurde, aber der fällige Siebenmeterpfiff der schwachen Schiedsrichter ausblieb, schallten gellende „Schieber-Schieber“-Rufe durch die Halle. Sekunden später traf EM-Held Kai Häfner nach einem Ausrutscher von SG-Spielmacher Thomas Mogensen trotzdem zum 24:25. Dann passives Spiel Flensburg und 63 Sekunden vor dem Ende nimmt Recken-Trainer die letzte Auszeit. 22 Sekunden später trifft Christophersen zum Ausgleich. Während die Fans toben, liegen die Nerven auf dem Feld blank. Noch 19 Sekunden: Stürmerfoul an Timo Kastening, wieder kein Pfiff. Eine Sekunde vor Spielende kommt es nach einer Offensivaktion der Flensburger zu einer Rudelbildung, nach der Malte Semisch und Lasse Swan auf die Pausenbank dürfen. Der direkte Freiwurf von Petar Djordjic landet nur noch im Toraus und der Rest ist Recken-Jubel.

Nach nervösem Beginn und vielen technischen Fehlern lag die TSV mit 4:8 (15.) zurück. Mit einem überragenden Innenblock und zehn Toren von Holger Glandorf transportierte der Champions-League-Sieger den Vorsprung. Aus Sicht der hannoverschen Fans unter Hilfe der Schiedsrichter, die mit gellenden Pfiffen verabschiedet wurden. Recken-Trainer Jens Bürkle kommentierte deren Leistung gelassen: „Das stärkste Gespann der Liga, aber ich habe sie schon besser gesehen. Wir haben den Punkt und damit ist das Thema erledigt.“

Die „Aktion des Tages“ lieferte für Recken-Manager Benjamin Chatton SG-Keeper Mattias Andersson, der Schlussminute des Spieles die Nachfrage der Schiedsrichter ob er den Ball berührt habe nicht zu seinen Gunsten beantwortete. „Absolutes Fairplay“, so Chatton

Stimmen:

Jens Bürkle, Trainer Burgdorf: Für uns fühlt sich das Unentschieden an wie ein Sieg. Wir haben heute nie aufgegeben und  bis zum Schluss alles reingehauen, was ging. Große Kompliment an meine Mannschaft, Wir haben dann ein wenig Glück die Halle ist voll da. So emotional habe ich das hier noch nicht erlebt.“

Lubomir Vranjes, Trainer SG Flensburg: Wir haben einen Punkt verloren. Es fühlt sich an wie eine Niederlage. In den letzten 15 Minuten war keine Leistung da. Früher hat das geklappt mit meinen Wechseln, heute nicht . Vielleicht hätte ich es anders machen sollen. Ich stehe für das Ergebnis gerade, ich bin der Chef. Aber Hut ab vor Hannover, wie die sich zurückgekämpft haben.

Statistik:

Burgdorf: Ziemer, Semisch – Johannsen, Patrail 2, Hykkerud, Lehnhoff 1 (1/1), Häfner 8, Karason 2, Schmidt, Olsen 4, Christophersen 5, Kastening, Szücs, Mortensen 3 (2/2)

Flensburg: Andersson, Møller - Karlsson, Eggert 2(2/1), Glandorf 10, Mogensen 2, Svan 6, Djordjic, Jakobsson 1, Toft Hansen, Gottfridsson, Lauge 3, Kozina 1, Wanne, Heinl, Radivojevic

Zeitstrafen: Hannover 7, Flensburg 2

Schiedsrichter: Andreas und Marcus Pritschow

uw/DJ, Fotos: uw, 03.03.2016, 23:20
Redakteure LON

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