Ossenkopps Flug rettet die Handballfreunde

Lukas Ossenkopp rettete die Handballfreunde.

Saarlouis. 

Co-Trainer Slava Gorpischin schwärmte über die letzte Aktion des Kellerduells am heutigen Abend in Saarlouis. „Das habe ich noch nicht gesehen. Lukas ist anderthalb Meter hochgesprungen.“ Von dort feuerte der Rückraumspieler der Handballfreunde Springe den Ball mit Urgewalt zum 27:27 in den linken Torwinkel. „Den kann man nicht halten“, urteilte Gorspischin. Danach war Schluss und Ossenkopp verschwand in einer Jubeltraube der Mitspieler. 

Es war das dramatische Ende eines spannenden vorletzten Spieltags in der zweiten Handball-Bundesliga, der lange Zeit ein Happy-End für die Gastgeber zu nehmen schien. 1425 Fans in der Halle am Stadtgarten in Saarlouis standen auf ihren Plätzen und tobten. Die HG hatte 34 Sekunden vor dem Ende durch Jonas Faulenbach zum 27:26 getroffen. Der vermeintliche Siegtreffer hätte den Klassenerhalt bedeutet. Als Ossenkopp traf, herrschte fast Totenstille in der Halle.

Dabei hätte Mitte er zweiten Hälfte kaum noch jemand einen Pfifferling auf die Gäste gegeben. Nach starkem Beginn und einer 10:7-Führung (22.) kassierte Springe drei Zeitstrafen gegen Oliver Tesch und Maxi Schüttemeyer  und geriet 12:17 (35.) in Rückstand. „Wir haben aber trotzdem unsere Linie gehalten“, lobte Gorpischin. Obwohl Tim Coors heiß lief und mit drei Toren in Folge auf 17:19 (41.) verkürzte, änderte sich nichts. Doch Springe bewies Moral, steckte sogar die Rote Karte gegen Oliver Tesch (45.) weg und hatte auch kräftemäßig mehr zuzusetzen. Folgerichtig glichen die Gäste durch Pawel Pietak und Ossenkopp zum 25:25 (53.) und 26:26 (55.) aus.

In der dramatischen Schlussphase vergaben beide Teams etliche dicke Chancen, ehe die Gastgeber 34 Sekunden vor dem Ende scheinbar den KO setzten. „Auch wenn wir verloren hätten, wäre es eine Superleistung gewesen“, sagte Gorpischin, der sogar noch ein Lob für die Schiedsrichter hatte: „Die haben zweimal die Zeit angehalten und nicht laufen lassen.“

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland; Maximilian Kolditz (1), Nils Eichenberger (2), Tim Coors (7), Arek Bosy (5), Jannis Fauteck, Fabian Hinz (3), Lukas Ossenkopp (4), Maximilian Schüttemeyer (2), Oliver Tesch, Pietak (3).

pf, 27.05.2016, 23:14
Redakteure LON

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