Marvin Schwäbe in Barsinghausen geehrt

Begleitet von seiner Freundin nahm Marvin Schwäbe in Barsinghausen die Ehrung zum Fußballer des Jahres in Niedersachsen entgegen. Zu den Gratulanten zählten (von links): Jan Seeger (AOK-Geschäftsführer Niedersachsen), VfL-Vize Uwe Brunn, NFV-Präsident Karl Rothmund, Staatssekretär Stephan Manke, VfL-Torwarttrainer Rolf Meyer, Lothar Gans (Sportlicher Leiter des VfL), VfL-Trainer Joe Enochs, NFV-Direktor Bastian Hellberg. Foto: Kemme

Barsinghausen. 

Marvin Schwäbe ist heute Mittag im Saal Niedersachsen des Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen als neuer niedersächsischer Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden. Der 21-Jährige ist in der 1991 begründeten Wettbewerbsgeschichte der dritte Spieler des VfL Osnabrück sowie der sechste Torhüter, der diese Wahl für sich entscheiden konnte. Im Voting der Sportjournalisten hatte sich Schwäbe gegen Maximilian Arnold, Lena Gößling (beide VfL Wolfsburg) sowie Mirko Boland (Eintracht Braunschweig) durchgesetzt. Aus den Händen von NFV-Präsident Karl Rothmund, Jan Seeger (Geschäftsführer der AOK Niedersachsen) und Jochen Zwingmann (Vorsitzender der Niedersächsischen Sportpresse) nahm Marvin Schwäbe den Siegerpokal und den Goldenen Schuh der Firma adidas entgegen. Zudem einen Scheck über 500 Euro, der an die Nachwuchsabteilung des VfL geht.

„Er ist ein moderner, mitspielender Torwart, der seinen Strafraum beherrscht und im ‚1:1‘ sehr gut ist“, beschrieb Laudator Harald Pistorius die sportlichen Stärken des gebürtigen Hessen, der vor der Saison als Leihspieler von der TSG Hoffenheim zu den Lila-Weißen gestoßen war. Sein Punktspieldebüt für den VfL gab er am 25. Juli 2015 beim Drittliga-Saisonauftakt in Aue. Mit einer fehlerfreien Leistung war er einer der Garanten des torlosen Remis. „Verblüffend war die Ruhe, die Sie ausgestrahlt haben und die eines ihrer wesentlichen Merkmale ist“, erinnerte Pistorius, Sportchef der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), an den ersten von zahlreichen vorzüglichen Auftritten Schwäbes.

Doch auch außerhalb des Platzes versteht es Schwäbe zu imponieren. Weniger durch Wortgewalt („Es macht Spaß mit ihm zu reden, aber er ist kein Plauderer“), als vielmehr durch Bodenständigkeit und Offenheit. „Dass Sie zum Fußballer des Jahres gewählt wurden, liegt nicht nur an ihren Leistungen, sondern auch an der Art und Weise, wie Sie sich auf Osnabrück eingelassen haben“, sagte Pistorius und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, „dass Sie von Horst Hrubesch im Sommer auf eine längere Dienstreise mit nach Südamerika genommen werden.“ Damit spielte Pistorius auf die Olympischen Spiele in Rio an. Zuletzt zählte Schwäbe zum Kader der deutschen U 21-Nationalmannschaft, die am Zuckerhut an den Start gehen wird.

Lobend erwähnte der NOZ-Sportchef auch Schwäbes Konkurrenten im VfL-Tor, Frank Lehmann, „der ihn pusht und ein guter Kollege ist“ sowie Osnabrücks Torwarttrainer Rolf Meyer, „der vor Schwäbe schon Riemann und Heuer-Fernandes herausgebracht hat.“

„Sie sind einer der jüngsten Preisträger in der Geschichte dieser Wahl. Auf der Ehrentafel, auf der die Sieger gelistet sind, reihen Sie sich ein neben Ron-Robert Zieler, Robert Enke, André Breitenreiter oder Kevin de Bruyne. Sie können stolz darauf sein, mit 21 Jahren bereits auf dieser Tafel zu erscheinen“, sagte AOKGeschäftsführer Jan Seeger, der den Vorstandsvorsitzenden der Gesundheitskasse für Niedersachsen, Dr. Jürgen Peter, vertrat.

„Er ist ein moderner Torwart wie wir es von Zieler und Neuer kennen“, erklärte Jochen Zwingmann. Der Vorsitzende der Niedersächsischen Sportpresse berichtete, das Schwäbe und der Wolfsburger Maxi Arnold hinsichtlich der Stimmen zunächst gleich auf lagen. „Doch je näher das Ende der Abstimmungsphase kam, desto deutlicher setzte sich Marvin Schwäbe ab. Er hat ein gutes Standing bei meinen Kollegen und ich hoffe, dass er Niedersachsen in schöner Erinnerung behält.“ Damit ging Zwingmann auf die offene Zukunft des Torhüters ein, der an den VfL zunächst nur für ein Jahr ausgeliehen wurde und dessen Arbeitspapier in Hoffenheim noch bis 2017 läuft.

„Marvin bringt alles mit. Wichtig ist jetzt, dass er weiter spielt, egal in welcher Liga“, bemerkte hierzu Rolf Meyer. Der VfL-Torwarttrainer hatte im vergangenen Sommer zusammen mit dem Sportlichen Leiter Lothar Gans den Wechsel eingefädelt. „Drei, vier Tage nach unserem ersten Telefongespräch kamen die Eltern nach Osnabrück, um sich alles anzusehen. Lothar hat mit dem Vater gesprochen, ich mit der Mutter. Danach waren seine Eltern davon überzeugt, dass Osnabrück die richtige Entscheidung ist“, berichtete Meyer.

Im Namen der niedersächsischen Landesregierung gratulierte Stephan Manke, Staatssekretär im Ministerium für Sport und Inneres. „Sie haben so manchen Gegner zum Verzweifeln gebracht und sich in Osnabrück einen Namen gemacht. Ich drücke die Daumen, dass es vielleicht doch noch klappt mit dem Aufstieg.“ Dafür müsste der VfL in den beiden noch verbleibenden zwei Saisonpartien vier Punkte Rückstand auf den derzeitigen Dritten Würzburger Kickers aufholen und anschließend die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga gewinnen.

Und was sagte Niedersachsens neuer Fußballer des Jahres selbst? „Ich bin kein Mann der großen Reden. Ich bedanke mich beim VfL, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, ein Jahr Dritte Liga zu spielen. Mein Dank geht auch an die Mannschaftskollegen, an das Trainerteam, an Lothar Gans, an Uwe Brunn. Sie alle haben mich gut aufgenommen und viel dazu beigetragen, dass ich meine Leistung abrufen konnte.“

hug, 02.05.2016, 21:29
Redakteure LON

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