Manager Dennis Melching beobachtet einen neuen Geist

Jubel der Mannschaft: Dieses Bild soll es an der Harmsmühlenstraße in der Rückrunde wieder öfter geben.

Springe. 

Am kommenden Sonnabend fliegt für die Handballfreunde Springe im Heimspiel gegen den TuS Ferndorf endlich wieder der Ball in der zweiten Bundesliga. Mit acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer wird es für den Tabellenletzten schwierig, die Aufholjagd zu schaffen.

Die Mannschaft hat den Klassenerhalt trotzdem längst nicht abgehakt und während der EM in der Vorbereitung geackert. Schon vor dem letzten Spiel im Dezember in Friesenheim hatte Abwehrchef Oliver Tesch geäußert: „Wenn man die einzelnen Positionen durchgeht, haben wir das Niveau. Bei uns haben die Zahnrädchen nicht ineinandergegriffen. Wenn wir das schaffen, bin ich überzeugt, dass wir die Klasse halten.“

Rückblende: Vor acht Jahren hatte Springe – damals noch Oberligist – eine ähnlich knifflige Situation zu meistern. Am letzten Spieltag der Saison 2007/2008 war man praktisch abgestiegen und zog erst in den Schlusssekunden den Kopf aus der Schlinge. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Dennis Melching übernahm den vakanten Posten des sportlichen Leiters und entwickelte mit Hauptsponsor Peter Othmer ein Konzept, um den Leistungshandball an der Harmsmühlenstraße zu etablieren. Man holte Sven Lakenmacher, der als Spielertrainer 2008/2009 den Sprung in die Regionalliga (3. Liga) schaffte und sich mit dem Aufstieg in Liga zwei seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Handballfreunde sicherte. Im Hintergrund zog Melching die Fäden, quasi als Architekt des Projekts. „Das Wort kann man so verwenden“, sagt der Manager, dem dieser Begriff allerdings zuviel ist: „In welchem Verein baut ein Manager schon die Tribüne und den VIP-Raum mit auf?“

Doch für Melching ist „sein Projekt“ eine Herzensangelegenheit. Deshalb ist ihm wichtig, eine Rückrunde zu spielen, die „dem Geist von Springe entspricht.“ Nicht umsonst lautet das Motto des Clubs „Eine Stadt, eine Leidenschaft, ein Verein.“ Nachdem mit Hendrik Pollex am Donnerstag der letzte Verletzte zurückgekehrt ist, soll die Mannschaft das wieder mit Leben füllen. „Während der Pause ist eine ganz andere Einheit gewachsen“, hat Melching beobachtet.

Um diese Entwicklung nicht zu stören, hat man sich bei der Suche des Nachfolgers für den Ende Dezember entlassenen Trainer Sven Lakenmachers Zeit gelassen. „Der musste vor allem charakterlich passen“, betont Melching. Obwohl der Name feststeht, soll er erst nach dem Spiel gegen Ferndorf präsentiert werden. Klar ist: Es wird eine Lösung bis zum Sommer sein.

In welcher Liga es dann weitergeht ist noch offen. Die Planungen für die neue Saison laufen zweigleisig: „Wenn wir absteigen, wollen wir mit einer starken Mannschaft auf jeden Fall wieder oben mitspielen“, verspricht Melching.  

> Trennung: Geräuschlos wurde übrigens der Abschied von Maurice Herbold vollzogen. Melching wollte dazu kein Wort mehr verlieren. Nur soviel: „Wir haben den Vertrag zu unseren Bedingungen aufgelöst.“ Der 22-jährige Rückraumspieler hatte auch aufgrund vieler Verletzungen am 11. Oktober in Rostock das letzte Spiel gemacht und danach offensichtlich einen Rosenkrieg um seinen Vertrag angezettelt. Herbold wechselt jetzt in die dritte Liga zur TS Großburgwedel.

 

 

 

 

 

pf, 31.01.2016, 14:06
Redakteure LON

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