Jetzt ist das rettende Ufer in Sicht

Springe. 

Springes Co-Trainer Slava Gorpishin war nach dem Spiel bester Laune: „Trotz Bayern gegen Dortmund soviele Zuschauer ist toll.“ Die sahen nicht nur wegen des 30:23 (15:9)-Sieges ihrer Handballfreunde im Kellerduell gegen Bayer Dormagen ein geiles Handballspiel. Zweikämpfe, Tempo und tolle Offensivaktionen. So glich die Halle an der Harmsmühlenstraße schon zwei Minuten vor der Pause einem Tollhaus.

633 Zuschauer trugen die Mannschaft. Irgendwie hatte die Abwehr immer eine Hand dazwischen, dazu zog Torhüter Robert Wetzel (16 Paraden, davon zwei Siebenmeter) die Bälle förmlich an. Der Siegeswille war auch im Angriff in jeder Aktion zu spüren. Nachdem Kreisläufer Arek Bosy die Latte traf, sicherte Jannis Fauteck gegen zwei Gegenspieler den Ball und netzte zum 14:8 (29.). Bosy erzielte sogar aus dem Rückraum (!!) den 15:9-Pausenstand. „Keine Ahnung, woher wir die Kraft hatten. Wir wollten rennen, bis es nicht mehr geht“, sagte Nils Eichenberger.

Weil Kapitän Jannis Fauteck zunächst auf der Bank blieb, hatten die Gastgeber nervös begonnen. „Er war angeschlagen, wir wollten ihn nicht verheizen“, klärte Manager Dennis Melching auf. Ohne den zuletzt überragenden Spielmacher fehlten die Ideen. Die einmal mehr überragende Abwehr war dann der Türöffner. Nils Eichenberger schloss einen Tempogegenstoß eiskalt zum 7:5 (15.) ab und Torhüter Robert Wetzel entschärfte im Gegenzug einen Siebenmeter. Die Handballfreunde jetzt am Drücker. Tim Coors traf beim 10:7 (22.) zur ersten Drei-Tore-Führung.

Wie im Rausch erhöhten die Handballfreunde nach dem Seitenwechsel auf 21:12 (39.). Das Spiel wurde danach unruhig. Erst sah Abwehrchef Oliver Tesch Rot (45.). Zwei Minuten später dezimierten sich auch die Gäste, weil Jonathan Eisenrätzer Hendrik Pollex im Gesicht traf. Maximilian Schüttemeyer beruhigte mit dem 24:17 (49.) wieder die Nerven der Gastgeber, die unter stehenden Ovationen der Fans nichts mehr anbrennen ließen.

Die Party nach dem Abpfiff wollte kein Ende nehmen. Minutenlang wurden die Spieler gefeiert und tanzten über das Feld. Hendrik Pollex blieb Realist: „Das war wieder ein kleiner Schritt, es müssen aber noch mehr folgen.“

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland, Nils Eichenberger (7), Tim Coors (5), Arek Bosy (3), Jannis Fauteck (3), Fabian Hinz (5/2), Faruk Halilbegovic, Lukas Ossenkopp, Maximilian Schüttemeyer (3), Hendrik Pollex (1), Oliver Tesch (3), Pawel Pietak.

Stimmen:

Jörg Bohrmann (Trainer Dormagen): „Wir haben nicht schlecht begonnen, aber Robert Wetzel hat uns dann den Schneid abgekauft. Danach war die Verunsicherung zu merken, einfachste Dinge haben nicht geklappt. Wir müssen aber an uns glauben und die Jungs aufbauen.“

Co-Trainer Slava Gorpishin: „Nach dem Spiel gegen Ferndorf habe ich gesagt, wir haben einen Millimeter zum Klassenerhalt geschafft. Nach 9:3 Punkten sage ich, wir haben einen Zentimeter geschafft. Wir brauchen aber zwei Meter. Zum Spiel kann ich sagen: Robert war super, aber es kommt auch auf die Abwehr an. Die hat das Spiel gewonnen.

Torhüter Robert Wetzel: Der Schlüssel ist im Moment die Abwehr. Es macht Spaß dahinter zu spielen.“

Oliver Tesch zur roten Karte: „Ich weiß nicht warum, das war pingelig. Das ist mir aber jetzt sowas von schnuppe."

pf, 05.03.2016, 23:40
Redakteure LON

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