Handballfreunde geben die sportliche Antwort

Hendrik Pollex springt in die Arme von Torhüter Robert Wetzel ...... und wird danach von seinen Mitspielern erdrückt

Springe. 

Die Mitteilung des Lizenzentzuges für die kommende Saison durch die HBL am Freitag war ein Schock für die Handballfreunde. Trotzdem hatten die Fans gestern wieder Grund zum Feiern. Mit dem 32:26 (10:10)-Sieg gegen den EHV Aue gab die Mannschaft eine beeindruckende sportliche Antwort. 631 Zuschauer standen schon drei Minuten vor dem Ende auf ihren Plätzen und feierten ihre Jungs. Mittendrin Hendrik Pollex, der mit seinem elften Treffer den Endstand besorgte und danach fast von seinen Mitspielern erdrückt wurde.

„Heute war mein Tag“, strahlte der 22-jährige. „Wenn man trifft, muss man weiter werfen.“ Der Lizenzentzug „ist nicht in unseren Köpfen gewesen. Wir wollten unsere sportliche Aufgabe lösen“, so Pollex. Nach einem leidenschaftlichen Kampf bauten die Handballfreunde ihre Heimbilanz im Jahr 2016 auf 11:1 Punkte aus und zogen erstmals mit den Nichtabstiegsplätzen gleich.

Eine Wahnsinnsleistung, zumal „wir am Freitag noch aus allem Wolken gefallen sind“, sagte Lukas Ossenkopp. Daran lag allerdings nicht, dass Aue zunächst das Kommando übernahm. Trotz einer frühen Auszeit (7.) fehlte Jannis Fauteck nach seiner Sprunggelenksverletzung in Minden an allen Ecken und Enden. Co-Trainer Slava Gorpischin brachte reagierte und beim Stand von 2:5 (15.) Fauteck. Sein Einsatz glich einer kleinen Wunderheilung. „Man muss ihn ein wenig streicheln und dann geht das“, sagte Physiotherapeut Martin Gröppert mit einem verschmitzten Lachen.  Mit dem Kapitän kam Überzeugung in die Aktionen. Folgerichtig glich Lukas Ossenkopp mit dem Pausenpfiff zum 10:10 aus.

„Jannis ist unglaublich wichtig. Er lenkt unser Spiel“, sagte Pollex, der mit dem 11:10 nur 28 Sekunden nach Wiederanpfiff den Startschuss für eine furiose zweite Hälfte gab. Nils Eichenberger und Fabian Hinz erhöhten auf 16:12 (38.). Die Fans sahen jetzt Hochgeschwindigkeitshandball und rassige Zweikämpfe. Springes Abwehr konnte zwar kaum noch Akzente setzen, doch immer wenn es drohte, eng zu werden (21:18/44. und 27:25/55.) war Wetzel auf dem Posten.

Nach dem Abpfiff gab Manager Dennis Melching endlich eine Erklärung zur Lizenz: „Wir haben Fehler gemacht, aber wir gehen in die zweite Instanz. Das mussten andere auch durchmachen.“ Melching ist allerdings sicher, dass „unser Anwalt die HBL überzeugen kann. Springes Verantwortliche hatten den Stichtag für die Abgabe der Unterlagen am 1. März verpasst. Auf einige Unmutsbekundungen entgegnete Melching: „Ich kann die Verärgerung der Fans verstehen. Aber wir können jeden gebrauchen, der uns hilft.“

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland; Maximilian Kolditz, Nils Eichenberger (4), Tim Coors, Arek Bosy (2), Jannis Fauteck (2), Fabian Hinz (3/1), Lukas Ossenkopp (8), Maximilian Schüttemeyer (1), Hendrik Pollex (11), Oliver Tesch (1).

Stimmen:

Runar Sigtryggsson (Trainer Aue): „Wir haben nach der Pause keinen Fuß gefasst und wurden von Springe überrollt.“

Slava Gorpishin (Co-Trainer Springe): „Ich habe den Jungs gesagt, 85 Prozent von dem, was geschrieben wurde, ist falsch. Wir müssen Tore werfen. Weil wir unbedingt beide Punkte brauchten, waren die Jungs am Anfang übermotivert. Wir haben aber unsere Linie behalten.“

Bürgermeister Christian Springfeld: „Ich war zum zweiten Mal hier und das Spiel war wieder genial. Ich denke der Lizenz-Entzug war eine Art Erziehungsmaßnahme der HBL. Ich bin optimistisch, dass es bei dem Schock bleibt."

pf, 17.04.2016, 01:06
Redakteure LON

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