Handballfreunde entzaubern den Aufstiegsfavoriten

Springe. 

Die Handballfreunde Springe haben heute ihren Heimnimbus gewahrt und Aufstiegsaspirant TSG Friesenheim nach einem begeisternden Spiel mit 31:28 (18:15) bezwungen.

Die Spieler feierten ihren Triumph beinahe so, als hätten sie den Klassenerhalt geschafft und bekamen auch im achten Heimspiel in diesem Jahr stehenden (und verdienten) Applaus ihrer Fans. Nur 396 waren in die Halle an der Harmsmühlenstraße gekommen, die brauchten aber nicht eine Minute zu bereuen.

Friesenheims Marius Kastening hatte sich seine Rückkehr anders vorgestellt. Vor der Partie war er sicher: „Wir nehmen beide Punkte mit.“ Stattdessen Springe von Beginn an mit Vollgashandball. Bereits in der 5. Minute traf Pawel Pietak zum 4:3. Seine Mannschaft spielte wie aufgezogen, Jede Aktion war Entschlossenheit pur und in der Anfangsphase war fast jeder Wurf ein Treffer. Erneut Pietak traf mit einem Kracher aus dem Rückraum zum 7:5 (10.) und erhöhte per Tempogegenstoß auf 8:5 (11.). Über jede Position strahlte Springe Gefahr aus und nahm die Drei-Tore-Führung hochverdient mit in die Kabine.

Dort schien der Schwung verloren gegangen zu sein. Nach Wiederanpfiff lief im Angriff zunächst nichts. Dazu kassierten Fabian Hinz und Maxi Schüttemeyer zwei ärgerliche Zeitstrafen, die die „Eulen“ zum 18:18 (36.) nutzten. Doch da war ja noch Robert Wetzel. Springes Torhüter der vor Pause nicht ins Spiel fand, hielt nicht viele Bälle, aber die wichtigen. So verhinderte er Sekunden später den Rückstand. Der Weckruf für seine Vorderleute, die durch Nils Eichenberger wieder auf 23:20 (43.) davonzogen. Als Wetzel fünf Minuten später beim 24:23 den erneuten Ausgleich. Der Aufstiegsaspirant zeigte jetzt Nerven, ballerte dreimal freistehend über das Tor. Springe indes eiskalt und spätestens nach dem Treffer von Fabian Hinz zum 30:25 waren die Punkte im Sack.

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland; Maximilian Kolditz, Nils Eichenberger (2), Tim Coors, Arek Bosy (3), Jannis Fauteck (2), Fabian Hinz (5/2), Lukas Ossenkopp (5), Maximilian Schüttemeyer (8), Oliver Tesch (1), Pietak (5).

Stimmen:

Benjamin Matschke (Trainer Friesenheim): Wir waren nicht bereit, zu kämpfen. Unsere Abwehr, vor allem die 6:0-Formation war nix. So kann man nicht gewinnen. Springe spielt allerdings einen guten Ball. Schade, dass sie nicht in der Liga bleiben dürfen. Ich wäre gerne nochmal hierhergekommen. Aber vielleicht in zwei Jahren, wenn sie wieder aufsteigen.

Slava Gorpishin (Trainer Springe): Wir haben 50 Minuten eine gute Leistung gezeigt. Es war nicht einfach, weil wir viele Angeschlagene hatten. Deshalb mein Glückwunsch an die Mannschaft.

Maximilian Schüttemeyer (bester Schütze Springe): Es war zwar nicht so viele Fans da, aber es war toll, dass trotz der negativen Schlagzeilen der letzten Wochen so viele gekommen sind. Lob an die Fans, das war wichtig für uns.

Marius Kastening (im Dezember aus Springe nach Friesenheim gewechselt): „Ich hasse es, zu verlieren. Jetzt haben wir es Coburg einfach gemacht. Trotzdem ist es schön, hier zu sein und meine Freunde wieder zu treffen.“

 

 

pf, 21.05.2016, 23:19
Redakteure LON

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