Handballfreunde geben sich in der Schlussphase auf

Die entscheidende Szene: Nach der Zeitstrafe gegen Faruk Halibegovic zieht Erlangen davon

Springe. 

Schon Minuten vor dem Abpfiff verließen gestern Abend die ersten Springer Fans die Halle an der Harmsmühlenstraße. Gestört haben dürfte jene weniger die Niederlage der Handballfreunde gegen den Tabellenzweiten Erlangen, sondern vielmehr die Art und Weise in der letzten Viertelstunde, so dass das Ergebnis mit 28:37 (14:20) sehr deutlich ausfiel.

Manager Dennis Melching und Trainer Sven Lakenmacher war das nicht entgangen. Minutenlang diskutierten sie nach der Pressekonferenz mit Hauptsponsor Peter Othmer. Was die drei besprachen, wird sich möglicherweise in den nächsten Tagen zeigen. Melching sagte nur soviel: „Der Unterschied zu Erlangen ist klar, aber für ein Heimspiel hat jeder einen Schritt zu wenig gemacht.“ Angesäuert war Melching vor allem, dass die Mannschaft in der Schlussviertelstunde das Spiel allzu leichtfertig aus der Hand gab.

Lakenmacher hatte nach der Pause auf eine offensive 5:1-Abwehr mit Fabian Hinz auf der Spitze umgestellt. Mit Erfolg - dank etlicher Ballgewinne gelang es, auf 23:26 (43.) zu verkürzen. Die Fans tobten, doch eine Zeitstrafe gegen den schwachen Faruk Halibegovic nutzte Erlangen, um wieder auf 28:23 (46.) zu erhöhen. Danach steckte die Mannschaft auf und geriet am Ende unter die Räder.

Torhüter Robert Wetzel zeigte sich selbstkritisch: „Wir haben zu viele eins gegen eins Duelle verloren und leichte Gegentore bekommen. Deutlicher wurde der Trainer: „Abwehr und Rückzugsverhalten waren schlecht.“ Weil Hendrik Pollex zu Beginn mit vier Toren bis zum 7:7 (13.) heiß lief und der Angriff Lösungen fand, konnten die Gastgeber die Partie trotzdem bis 11:12 (19.) offenhalten. Dann häuften sich die Fehler. Erlangen, das auf jeder Position eine größere Qualität aufs Feld brachte, bestrafte die eiskalt. Das kurze Aufbäumen nach dem Wechsel kam zu spät.

Springe: Robert Wetzel (1. - 30.), Mustafa Wendland (31. - 60.), Pawel Pietak 8/1, Hendrik Pollex 6, Maximilian Kolditz 6/2, Marius Kastening 2, Oliver Tesch 2, Jannis Fauteck 1, Fabian Hinz 1, Faruk Halilbegovic 1, Lukas Ossenkopp 1, Tim Coors und Arek Bosy.

Stimmen der Trainer:

Robert Andersson (Erlangen): Ich bin zufrieden mit den zwei Punkten. Mit unserer Abwehr in der ersten Hälfte war ich nicht einverstanden,  aber wenn man 37 Tore wirft, kann man damit leben. Springe hatte viel Laufbereitschaft, trotzdem haben wir die kritische Phase in der zweiten gut gelöst.“

Sven Lakenmacher (Springe): „Glückwunsch an Erlangen zu den verdienten zwei Punkten. Wenn man gegen einen Top-Favoriten eine Chance haben will, muss man vor allem in der Abwehr viel aggressiver auftreten und versuchen den Kampf anzunehmen. Das ist uns nicht gelungen. Nach der Pause hat die Mannschaft den Willen gezeigt. Dann bekommen wir eine dumme Zeitstrafe und nach dem Doppelschlag zum 23:28 war die Moral gebrochen. Unverständlich, es war noch genug Zeit. Wir müssen jetzt am Mittwoch in Neuhausen wieder aufstehen.“

pf, 15.11.2015, 15:54
Redakteure LON

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