Gehen die Lichter in der zweiten Liga schon aus?

Springe. 

Für die Handballfreunde Springe scheinen die Lampen in der zweiten Bundesliga auszugehen. Bei den Spielern herrschte Schockstarre nach der 25:32 (15:14)-Pleite im Kellerduell gegen Saarlouis, während die Gäste ihren verdienten Auswärtssieg feierten.

Ob es der Druck war, der angesichts der Tabellensituation auf den Spielern lastete? Die Mannschaft ließ in der zweiten Hälfte alles vermissen, was nötig ist, um im Abstiegskampf zu bestehen. Die erste Halbzeit machte noch Hoffnung. Obwohl aus dem Rückraum nach verheißungsvollem Start und einer 8:6-Führung (13.) nur noch wenig ging und Trainer Sven Lakenmacher schon nach einer Viertelstunde Lukas Ossenkopp und Jannis Fauteck für Marius Kastening und Faruk Halilbegovic brachte, lag Springe dank der Tore von Pawel Pietak knapp in Führung. Als der Rechtsaußen den Ball Sekunden vor der Pausensirene in den linken Winkel schweißte, hatten viele auf einen Weckruf für Hälfte zwei gehofft.

Das Gegenteil trat ein und binnen sechs Minuten, die Saarlouis zur 20:16-Führung nutzte, verloren die Gastgeber das Spiel. „Nach der Pause wollten wir kompakt stehen. Dass haben wir nicht geschafft und sind dann nicht mehr zurückgekommen“, zeigte sich Lakenmacher enttäuscht. Die Angriffsbemühungen seiner Mannschaft wirkten in der Folge kopflos. Viel quer, kein Druck auf die Deckung und technische Fehler. Beim 20:25 (49.) war der Drops gelutscht. Erst dann ein kurzes Aufbäumen Pietak, Nils Eichenberger und Lukas Ossenkopp verkürzten auf 23:26 (53.). Nach einer Parade von Mustafa Wendland vertändelte Marius Kastening unmittelbar den Ball, der Sekunden später zum 23:27 im Springer Netz zappelte. Springes Torhüter war stinksauer und hob sein Tor mit einem Kung-Fu-Tritt aus den Angeln.

Bezeichnend für die Leistung noch eine Slapstick-Einlage 60 Sekunden später, als sich Maxi Kolditz den Ball beim Versuch des Anwurfes auf den Fuß warf. In der abschließenden Pressekonferenz gab sich der Lakemacher einsilbig. dass „Ich hoffe dass die Mannschaft die Kehrtwende schafft.“ Klang fast, als stünden die Zeichen auf Trennung.

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland, Pawel Pietak (8/1), Nils Eichenberger (2), Maximilian Kolditz (2/1), Marius Kastening (2), Oliver Tesch, Jannis Fauteck (1), Fabian Hinz (5), Faruk Halilbegovic, Lukas Ossenkopp (4), Tim Coors (1) und Arek Bosy.

Stimmen:

Heine Jensen (Trainer Saarlouis): „Wir hatten viel Respekt, haben aber immer kühlen Kopf bewahrt. Nach unserer Negativserie waren die zwei Punkte extrem wichtig. Wir haben ein solides Spiel gemacht und kompakt in der Abwehr gestanden. Ich bin super glücklich.“

Sven Lakenmacher (Trainer Springe): „Ich muss mich bei den Fans für die zweite Halbzeit. Ich bin schockiert, weil ich nicht gesehen habe, dass jeder alles rausgeholt hat. Als Trainer übernehme ich die Verantwortung, aber eigentlich müsste die Mannschaft auch hier stehen. Ich hoffe, dass die Mannschaft noch die Kehrtwende bekommt.“

Dennis Melching (Manager Springe): „Ich sage nichts zum Spiel. Das ist besser. Zu unserer Situation nur soviel: Wir müssen versuchen, die Saison mit Anstand zu Ende zu bringen.“

Mustafa Wendland (Torhüter Springe): Das ist schwer in Worte zu fassen. Es passt zum heutigen Tag, dass ein Außen aus dem Rückraum treffen muss. Wir haben nicht unsere Abwehr gespielt, da waren viel zu große Lücken.“

pf, 13.12.2015, 01:06
Redakteure LON

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