Ein Punkt für die Moral

Maxi KolditzNils EichenbergerLukas Ossenkopp

Springe. 

In einem Herzschlagfinale rettete Springe gestern in letzter Sekunde durch ein Siebenmetertor von Maxi Kolditz ein 27:27 gegen Hagen. 

Das Spiel schien zuvor mit einem Eklat zu enden. Sechs Sekunden vor dem Ende entschieden die Schiedsrichter auf passives Spiel gegen die Gäste. Weil Hagens Jan von Boenigk den Ball zu blockierte, kam es zu einem Gerangel mit Oliver Tesch, wonach der Kreisläufer durch die über weite Strecken überforderten Schiedsrichter die Rote Karte sah. Minutenlang bestürmten beide Teams das Kampfgericht, ehe Kolditz an die Linie durfte. Zur Überraschung der 412 Zuschauer. Was niemand mitbekommen hatte – auch von Boenigk hatte Rot gesehen und nach der seit Saisonbeginn geltenden Regel wird dies in der letzten Minute mit Strafwurf geahndet.

Kolditz traf und wurde danach von einer Jubeltraube der Mitspieler erdrückt. „Einfach genial in unserer Situation, dass wir noch den Punkt holen“, jubelte Kolditz, der beteuerte: „Klar habe ich noch an uns geglaubt.

Auf der Springer Bank hatte sich bei Trainer Sven Lakenmacher schon lange vor dem Abpfiff Resignation breit gemacht. Spätestens beim 20:25 (54.), schien die Messe gelesen. Wie aus dem Nichts dann durch Hendrik Pollex und Nils Eichenberger (2) binnen 90 Sekunden die Wende. Es war Willen pur, mit dem die Mannballfreunde selbst  die Zeitstrafe gegen Maurice Herbold und das 24:27 (59.) wegsteckten und belohnt wurden.

Engagiert hatte Springe auch begonnen sich im Verlauf der ersten Halbzeit aber mit dummen technischen Fehlern um den Lohn einer starken Abwehr gebracht. Trotzdem kämpfte man sich dank der Tore von Lukas Ossenkopp von 3:6 (9.) und 7:10 (22.) wieder heran. Weil ausgerechnet Kolditz zwei Gegenstöße verballerte, ging es mit 12:14 in die Pause und nach zwei schnellen Toren der Gäste zum 13:16 (32.) spielerisch nur noch wenig. Am Ende jubelte trotzdem Springe: „Einfach geil wie wir zurückgekommen sind“, so Kolditz.

Springe: Wetzel, Wendland; Colditz (6/5), Eichenberger (7), Coors, Bosy, Fauteck, Schüttemeyer, Kastening (3), Herbold, Ossenkopp (6), Pollex (3), Tesch (2).

Stimmen:

Sven Lakenmacher (Trainer HF): „Mit den besten sieben Minuten des Spiels haben wir den Punkt gerettet. Das spricht für die Moral meiner Mannschaft. Mit der Leistung davor bin ich nicht zufrieden. Man muss aber auch zugeben, dass es Hagen gut gemacht hat. Wir müssen das jetzt mitnehmen. Die Mannschaft weiß jetzt, was geht. Im Übrigen fand ich es gut, dass Dennis heute auf der Bank saß.“

Dennis Melching (Manager HF): Dass ich heute mit auf der Bank saß, sollte ein Zeichen für den Zusammenhalt sein. Zum Spiel kann ich sagen: Man darf einfach nicht so viele Fehler. Das müssen wir viel ruhiger spielen.“

Oliver Tesch: „Ich bin mit beiden Händen am Ball. Ich weiß nicht, warum ich die rote Karte bekomme. Im Spiel machen wir einfach zu viele technische Fehler. Das zieht sich bisher wie ein Roter Faden durch die Saison.“

Nils Eichenberger: „Wir waren eigentlich aussichtslos hinten. Da haben wir uns gesagt, einfach rennen und den Ball nach vorne. Schade, dass wir das nicht eher gemacht haben. Der Punkt kann im Abstiegskampf Gold wert sein.“

Lars Hepp (Trainer Hagen): „Schade, dass wir uns heute nach unserer tollen gemeinsamen Geschichte bei der Relegation mir harter Klinge bekämpfen mussten. Ich bin sehe mitgenommen. Wir haben einen sehr guten Ball gespielt und ich denke auch verdient geführt. Die letzte Szene will nicht kommentieren.“

pf, 04.10.2015, 11:40
Redakteure LON

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