Die Recken fressen die Füchse

Mit sechs Toren bester Recken-Schütze: Mait PatrailWurde zum Vulkan: Berlins Silvio Heinevetter

Hannover. 

Was für ein geiler Fight der TSV Hannover-Hannover gegen die Füchse Berlin! Längst standen 4150 begeisterte Fans in der Swiss-Life-Hall auf ihren Plätzen. Als Morten Olsen den Ball bei angezeigtem passiven Spiel 60 Sekunden vor der Schlusssirene ansatzlos für Berlins Torhüter Silvio Heinevetter zum 24:22 in den linken Winkel schweißte, entlud sich die Stimmung auf den Rängen fast zu einem Orkan. Sekunden später war der 25:22 (11:11)-Sieg der Recken perfekt. 

Die Heimserie im Jahr 2016 hatte gehalten, eine andere war gerissen. Der erste Sieg gegen die Berliner in der Bundesliga auf eigenem Parkett. Trotz der Ausfälle von EM-Held Kai Häfner und Runar Karason und damit ohne etatmäßigen Halbrechten, verdienten sich die Gastgeber die Punkte durch einen leidenschaftlichen Kampf.

Dabei hatte die Partie mit drei technischen Fehlern und einem 0:2-Rückstand denkbar schlecht begonnen. Erst nach fünf Minuten gelang Erik Schmidt der erste Treffer und die Recken bissen sich ins Spiel. Das wurde von beiden Abwehrreihen dominiert, die Hannoveraner holten sich hinten viele Bälle wieder, spielten vorne geduldig und gingen trotz 3:6-Rückstand beim 10:9 (27.) das erste Mal in Führung. Mit 11:11 ging es in die Pause.

Längst zum Feindbild der Hannoveraner Zuschauer war da Silvio Heinevetter geworden, der nach einem (unabsichtlichen) Treffer ins Gesicht von Recken-Kapitän Tore Johannsen (24.) wie von der Tarantel gestochen über das Geld tobte und fortan bei jeder Entscheidung der Unparteiischen lautstark reklamierte.

Es dauerte dann bis zur 45. Minute, ehe Heinevetter die längst fällige Zeitstrafe erhielt. Von den Recken-Fans gefeiert, als hätte ihre Mannschaft schon das Spiel gewonnen. Die Waagschale schien trotzdem zu Gunsten der Füchse zu drehen, die die Unterzahl unbeschadet überstanden und durch Petar Nenadic auf 19:17 (47.) erhöhten. Bis 21:19 (51.) änderte sich nichts. Der nach der Pause eingewechselte Malte Semisch im Tor sorgte dann für die Wende. Fast magnetisch zog er die Bälle an und die Recken drehten die Partie zum 23:22.

TSV: Ziemer, Semisch; Johannsen (3), Mortensen (1), Patrail (6), Hykkerud (2), Lehnhoff (4/3), Szücs (2), Dräger, Schmidt (3), Olsen (3), Pollex, Christophersen (1), Kastening.

Füchse: Heinvetter, Stochl; Wiede (7/4), Elisson (4/1), Vukovic (1), Struck, Gojun, Vrazaloc (1), Nenaic (1), Tönnesen (1), Plaza Jimenez (1), Zachrisson, Nielsen (4), Drux.

pf, Fotos: uw, 11.05.2016, 22:19
Redakteure LON

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