Die Handballfreunde sind einfach nicht zu stoppen

purer Wille: Oliver Tesch erzielt das vorentscheidende 24:21

Springe. 

Jannis Fauteck war völlig ausgepumpt: „Ich weiß auch nicht, woher wir die Energie nehmen, aber wir stehen in der Abwehr richtig gut“, sagte Springes Kapitän und strahlte. Kraft für das Siegertänzchen hatte er noch. Immer wieder forderten die Fans ihre Helden. Die gewannen gestern mit einer mal wieder überragenden Abwehr und brutalem Willen das Kellerduell gegen Rostock mit 25:24 (12:14) und verkürzten den Rückstand zum rettenden Ufer auf einen Zähler.

89 Sekunden vor dem Ende war es der Kapitän, der die Handballfreunde mit dem Tor zum 25:22 endgültig ins Glück schoss. Weil sich Oliver Tesch noch eine dumme Zeitstrafe abholte, musste noch 54 Sekunden gezittert werden, dann begann die Party auf den Rängen.

Dabei hatte das Spiel zäh begonnen. Die Gastgeber konnten bis zum 6:6 (16.) immer wieder ausgleichen, hatten aber große Probleme mit der offensiven Abwehrformation der Gäste. Zu wenig Tempo im Passspiel und technische Fehler luden Rostock ein, sich 11:6 (23.) abzusetzen. Gästetrainer Aaron Ziercke war in dieser Phase zufrieden mit seiner Abwehr, die allerdings auch davon profitierte, dass die Unparteiischen grenzwertige Foulspiele nicht mit der fälligen Zeitstrafe ahndeten.

Früh musste die Springer Bank die zweite Auszeit nehmen. Die brachte wie schon in der vergangenen Woche in Hagen die Wende: binnen 134 Sekunden verkürzte Springe auf 10:11 (26.). Jetzt war die Halle da und trieb die Mannschaft nach vorne.

Die kam mit Vollgas zurück aufs Feld und ließ den Gästen kaum noch einen Zentimeter Platz. Das große Manko blieb nur der Torabschluss. So dauerte es zehn Minuten, ehe Tim Coors zum 16:15 (40.) endlich die erste Führung besorgte.

Die Halle wurde zum Tollhaus und 684 begeisterte Zuschauer, sahen ein Spiel, das immer mehr Fahrt aufnahm. In den Mittelpunkt rückten die Torhüter, wobei der wie schon in den Vorwochen überragende Robert Wetzel mit zwei gehaltenen Gegenstößen und einem Siebenmeter die Fehler seiner Vorderleute ausbügelte. Es ging hin und her. Coors konterte die Gästeführung mit dem 21:20 (51.), trieb die Fans aber in den Wahnsinn, als er Sekunden später einen Gegenstoß verballerte. Jannis Fauteck (53.) und Oliver Tesch (54.) heizten dann die Party an.

Nach dem Spiel gönnte sich die Mannschaft ein schnelles Kaltgetränk und richtete den Blick schon wieder nach vorne. Schon am Sonntag (16.30 Uhr) geht es in Bad Schwartau weiter.

Springe: Robert Wetzel, Mustafa Wendland, Nils Eichenberger (1), Tim Coors (5), Arek Bosy (1), Jannis Fauteck (5), Fabian Hinz (4/3), Lukas Ossenkopp (3), Maximilian Schüttemeyer, Hendrik Pollex (2), Oliver Tesch (4).

Stimmen:

Aaron Ziercke (Trainer Rostock): Am Ende ein verdienter Sieg. Ich trauere aber unseren Chancen nach. Wenn wir nach der Fünf-Tore-Führung vor der Pause ruhig bleiben und die in die Pause retten, wird Springe vielleicht nervös. Auf jeden Fall wird der Abstiegskampf eng bleiben.

Slava Gorpishin (Co-Trainer Springe): Was kann man sich noch wünschen, wenn die Halle so voll ist? Ich bedanke mich bei unseren Fans. Es war ein schwer heute, aber gegen Rostock war es schon zu meiner Zeit eng. Mit dem Spiel bin ich nicht unbedingt zufrieden, aber so ein enges Spiel ist wichtig für unsere junge Mannschaft.

Jannis Fauteck (Kapitän Springe): Eine gute Abwehr ist halt wichtig. Wir haben im Winter den Kopf frei bekommen. Dadurch läuft es besser. So soll es weitergehen.

pf, 19.03.2016, 01:36
Redakteure LON

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