Die Handballfreunde leben noch

Robert Wetzel überragte mit 17 ParadenPawel Pietak gelang das wichtige 23:20Endlich mal wieder ein starkes Spiel von Faruk Halilbegovic"Torminator" Tim Coors

Springe. 

Als Springes Torhüter Robert Wetzel gestern fünfeinhalb Minuten vor dem Ende beim Stand von 25:21 einen Tempogegenstoß von Bietigheims Paco Barthe entschärfte, wurde er am Kopf getroffen. Wetzel musste zwar vom Feld, K.O. gingen aber die Gäste. Nachdem sich der eingewechselte Mustafa Wendland mit einer Parade gleich prächtig einführte, beseitigte Fabian Hinz mit dem 26. Treffer die letzten Zweifel am 28:24 (11:10)-Sieg.

Der hing in der Schlussviertelstunde allerdings am seidenen Faden. Nach einem Traumstart in Durchgang zwei, bei dem Springe endlich seine Ballgewinne in der in Tempogegenstöße ummünzte, zogen die Handballfreude auf 22:13 (45.) davon. 453 Zuschauer in an der Harmsmühlenstraße waren aus dem Häuschen. Bietigheims Trainer Hartmut Mayerhoffer, der zuvor mit zwei Auszeiten (35. bei 15:11 und 40. bei 18:11) vergeblich versucht hatte, den Lauf zu stoppen, stellte auf eine 4:2-Deckung um. Mit Erfolg: Plötzlich flatterten die Nerven der Springer Spieler. Vier Minuten und 45 Sekunden später stand das Spiel beim 22:20 (51.) auf der Kippe. doch die Lakenmacher-Sieben kam zurück. Pawel Pietak beruhigte mit dem 23:20 die Nerven und nachdem der eingewechselte Mustafa Wendland einen Siebenmeter entschärft hatte, legte Tim Coors das 24:20 nach. Am Ende feierten die Fans mit stehenden Ovationen ihre Mannschaft.

Die hatte von der ersten Minute mit bedingungslosem Einsatz um die praktisch letzte Chance gekämpft und endlich die technischen Fehler vermieden. Dazu glänzten Tim Coors („diese Power muss er immer versuchen zu bringen“, lobte Lakenmacher) und Faruk Halilbegovic mit leichten Toren aus dem Rückraum. Lediglich Bietigheims Torhüter Stanislaw Gorobtschuk, der im Sommer schon für vier Wochen in Springe war, hielt die Gäste im ersten Durchgang im Spiel.

Am kommenden Wochenende ist spielfrei und am 4. Dezember geht es gegen Hamm – dann in der Ratenfängerhalle in Hameln – weiter. „Da müssen wir den Schwung mitnehmen“, hofft Lakenmacher.

Springe: Robert Wetzel, ab 55. Mustafa Wendland, Pawel Pietak (7), Maximilian Kolditz, Marius Kastening (1), Oliver Tesch, Jannis Fauteck, Fabian Hinz (2/1), Faruk Halilbegovic (7), Lukas Ossenkopp, Tim Coors (8) und Arek Bosy (2), Schüttemeyer (1).

Stimmen:

Hartmut Mayerhoffer (Trainer Bietigheim): „In der ersten Halbzeit hat es uns an der Aggressivität in der Abwehr gemangelt und wir haben vorne zu ungenau gespielt. Verloren haben wir das Spiel in der Phase nach der Pause bis zum 11:18. Mit der offensiven Abwehr sind wir gut zurückgekommen. Springe hat aber kämpferisch stark gespielt und verdient gewonnen.“

Sven Lakenmacher (Trainer Springe): „Ich bin glücklich, dass wir noch gewinnen können. Wir haben in der Abwehr wie die Löwen um jeden Zentimeter gekämpft. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass die letzten Spiele in den Köpfen stecken. Aber die Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt und wir hatten gute Torhüter. Die Punkte sind ganz wichtig für das Selbstvertrauen.“

Dennis Melching (Manager Springe): „Es ist schön, dass wir gewonnen haben. Aber wir haben noch viele Fehler gemacht, mit denen man im Abstiegskampf nicht bestehen kann. Deshalb müssen wir jetzt schauen, wie es weitergeht.“

Tim Coors (bester Torschütze Springe): „Ein geiles Spiel. Gott sei Dank haben wir es endlich mal nach Hause gespielt. Ich hoffe, dass es jetzt so weiter geht. (Angesprochen, warum er bei den Würfen so lange in der Luft stehen kann): Das ist langes Training.“

 

 

pf, 21.11.2015, 23:51
Redakteure LON

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