"Zukunftsorientierte Schulpolitik sieht anders aus"

v.li.: Heike Koehler („Wir für bessere Schulen“), Peter Friedsch (stellv. Vorsitzender der CDU-Stadtverbandes Laatzen, Moderator), Elle Reineke (Gymnasiallehrerin), Martin Löhlein (Rat der Stadt Laatzen, Familienvater), Gundhild Fiedler-Dreyer (Rat der Stadt Laatzen)

Laatzen. 

Kürzlich eröffnete die CDU-Stadtverband Laatzen zusammen mit der Volksinitiative "Wir für bessere Schulen" ihren Kommunalwahlkampf. In der gut besuchten öffentlichen Podiumsdiskussion wurde deutlich, welche Missstände durch die Niedersächsische, aber auch die Laatzener rot-grüne Schulpolitik in den letzten Jahren eingetreten sind.

In ihrem einführenden Referat stellte Ratsfrau Gundhild Fiedler-Dreyer die aktuelle Situation in Laatzen dar: "Es besteht seit vielen Jahren ein erheblicher Sanierungsstau an allen Laatzener Schulen. Durch die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern ist ein Mangel an Räumen entstanden. Weitere Container, um neue Klassen zu schaffen, können nicht die Lösung sein." Der allerorts zu beklagende Lehrermangel sei, so führte sie weiter aus, vermeidbar gewesen. "Der Wegfall der Schulempfehlung und der erhöhte Personalbedarf für inklusiven Unterricht sind nur zwei Gründe, die zur aktuellen Misere führten".

Als Mitglied der Volksinitiative machte Heike Koehler (Lehrte/Ahlten) deutlich, dass die Schließung der Förderschulen diese Situation eindeutig mit verursacht habe. "Eltern behinderter Kinder haben kaum noch die Möglichkeit, ihr Kind behinderungsgerecht beschulen zu lassen. Sie sind gezwungen, ihr Kind in die Regelschule zu geben, auch wenn dies nicht ihr Wunsch ist". Sie machte die Folgen, die hieraus entstehen, deutlich: "Wir haben längst nicht genug ausgebildete Inklusionslehrer - das gibt Kultusministerin Frauke Heiligenstadt selbst zu. Damit ist die schulische Inklusion nur eine Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Die Lehrer sind über die Maßen beansprucht und müssen Aufgaben wahrnehmen, für die sie gar nicht ausgebildet sind".

Ellen Reineke, selbst Lehrerin, ergänzte, dass der vorgegebene Zeitrahmen für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und die Unterrichtszeit nicht realistisch bemessen sei. Sie gebe manches freie Wochenende her, um ihrem eigenen Anspruch, guten Unterricht abzuliefern, gerecht zu werden. "Ohne über das geforderte Maß mitgebrachtes Eigenengament ist guter Unterricht nicht möglich. Tarifvertragliche Arbeitszeitgrenzen zählen hier nicht", so Reineke.

Auf die abschließende Frage des Moderators Peter Friedsch, welche Wünsche die Podiumsteilnehmer für eine künftige gute Schulpolitik haben, stellte Martin Löhlein, selbst Vater von drei schulpflichtigen Kindern, deutlich heraus: "Eine sparsame Haushaltspolitik ist wichtig. Aber bitte nicht im Bereich Schule! Unsere Kinder sind unser "Kapital" von morgen!"

red, 08.08.2016, 10:34
Redakteure LON

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