„Verzeihen, aber nicht vergessen“

Erinnerung an die Pogromnacht von 1938: Bürgermeister Jürgen Köhne betont die Bedeutung von GedenktagenDie Feier fand am Gedenkstein an der Hildesheimer Straße Ecke Thorstraße stattJoachim Wagner sorgte für den musikalischen RahmenLeonid Friedmann und Jürgen Köhne bei der KranzniederlegungSchülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule wirkten an der Veranstaltung mit

Gleidingen. 

Vor 78 Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland die Synagogen. Angezündet von den Erfüllungsgehilfen des damaligen Nazi-Regimes. Tausende von jüdischen Bürgern wurden geschlagen, beraubt, verhaftet und ermordet. Die Nacht vom 9. auf den 10. November war der Auftakt zur systematischen Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung von Juden in Nazi-Deutschland.

An die Opfer des 9.Novembers, von den Nazis als „Reichskristallnacht“ betitelt, erinnerte die Stadt Laatzen am heutigen Jahrestag mit einer Feier am Gedenkstein an der Hildesheimer Straße Ecke Thorstraße. In dieser Straße stand die Synagoge der früheren jüdischen Gemeinde von Gleidingen.

„Gedenktage wie der heutige sind wichtig“, sagte Jürgen Köhne, Bürgermeister von Laatzen, im Kreis von 50 Besuchern. Gedenktage, so Köhne, geben Raum zum Nachdenken. „Wir brauchen sie, um für die Demokratie zu streiten und um für sie zu kämpfen. Das sollte es uns und unseren Nachfahren Wert sein“, sagte Köhne.

Auch Leonid Friedmann vom Landesverband der jüdischen Gemeinden betonte die Bedeutung von Gedenktagen wie dem 9.November. „Wir dürfen die Vertreibung und die Entwürdigung von Menschen nicht vergessen“, sagte Friedmann. Sechs Millionen Menschen wurden ermordet, nur weil sie Juden waren. „Verzeihen ja, aber nicht vergessen“.

Die Schüler der Albert-Einstein-Schule trugen Gesprächspassagen vor, die die verantwortlichen Nazi-Politiker Joseph Goebbels und Hermann Göring am 9. November 1938 über die sogenannte „Judenfrage“ geführt hatten. Die Jugendlichen befassen sich zurzeit im Unterricht mit der Zeit des Nationalsozialismus. Die Albert-Einstein-Schule hat in 2016 die Patenschaft für den jüdischen Friedhof übernommen.

Für den passenden musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte Joachim Walter.

tri, 09.11.2016, 21:09
Redakteure LON

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