Nun offiziell: Flüchtlinge werden in Turnhalle untergebracht

In der Halle II des EKS sollen ab Mitte Februar bis zu 200 Asylbewerber untergebracht werden.

Laatzen. 

Was Jürgen Köhne bereits auf dem Neujahrsempfang am vergangenen Wochenende andeutete, ist nun offiziell: Die Stadt Laatzen muss kurzfristig Asylbewerber in einer Turnhalle unterbringen, und zwar in der Halle II des Erich-Kästner-Schulzentrums. Auf rund 1.200 Quadratmetern soll dort Platz für bis zu 200 Menschen geschaffen werden.

Die ersten Asylbewerber werden voraussichtlich ab Mitte Februar in der Halle untergebracht werden. Für die Betreuung wird ein freier Träger zuständig sein, der die Turnhalle möbliert und eine umfassende Betreuung mit Sozialarbeitern, Sicherheitsdient und Catering anbietet. Die Vereine und Schulen wurden bereits informiert. Aufgrund der Unterbringung wird es auch zu Einschränkungen des Unterrichts-, Trainings- und Spielbetriebs kommen. Baulich wird die Unterkunft vom Sport- und Schulbetrieb abgetrennt sein.

Notwendig wurde die Entscheidung aufgrund der hohen Zahlen von Asylbewerbern, die in Laatzen in den kommenden Monaten erwartet werden. Alleine im ersten Quartal werden es voraussichtlich rund 400 sein. Für das Jahr 2016 rechnet die Stadt mit insgesamt knapp 800 Asylbewerbern. „Im letzten Jahr haben Rat und Verwaltung größte Bemühungen in die Unterbringung von Flüchtlingen gesetzt. Alle Anstrengungen werden 2016 fortgesetzt und wichtige Erfolge sind in Aussicht. Dennoch werden wir leider übergangsweise auf die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen nicht umhin kommen.“, bedauert Bürgermeister Jürgen Köhne diese Entscheidung. „Jetzt ist das Ziel, die Belegung auf diese eine Halle zu beschränken und so schnell wie möglich wieder leerzuziehen.“, so Köhne weiter.

Weitere kurz- bis mittelfristige Unterbringungen ab April sind in unterschiedlichen Projekten mit Plätzen für bis zu 700 Flüchtlinge in Planung. Die Verwaltung ist bemüht, bis zum Beginn des nächsten Schuljahres die Turnhalle wieder für den normalen Betrieb zur Verfügung zu stellen und die Menschen in anderen Einrichtungen unterzubringen.

2015 wurden in Laatzen 409 Menschen in den Wohnheimen Rethen, Ingeln-Oesselse, der Schule Rathausstraße, dem Hotel 64 in Gleidingen und in insgesamt neun Eigentumswohnungen und zehn Mietwohnungen untergebracht.

msa, 23.01.2016, 09:41
Redakteure LON

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