Ladendiebstähle auf Allzeithoch

Präsentierten heute die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2015: Uwe Wollburg (von links), Stefan Schwarzbard und Andreas Keick.

Laatzen. 

Die Anzahl von Ladendiebstählen im Bereich des Polizeikommissariats in Laatzen fiel im vergangenen Jahr höher aus, als je zuvor. Dies teilten heute Kommissariatsleiter Uwe Wollburg, Stefan Schwarzbard, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes (KED) sowie Andreas Keick, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes (ESD) im Rahmen der Präsentation der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2015 mit. 280 Fälle registrierte die Polizei in Laatzen, 118 mehr als im Jahr zuvor. Das entspricht einer Steigerung von über 70 Prozent.

Das Leine-Center sei natürlich ein "Magnet", sagte Schwarzbard und daher ein Schwerpunkt von Ladendiebstählen. Häufig seien Jugendgruppen und Migranten Täter in diesem Feld, berichtete der KED-Leiter. Wie hoch die Zahl von Flüchtlingen unter den Migranten ist, könne noch nicht beziffert werden, da erst seit November 2015 Flüchtlinge in der Statistik speziell erfasst werden.

Insgesamt stieg im Vergleich zu 2014 die Anzahl aufgenommener Straftaten im vergangenen Jahr von 3.026 auf 3.393. Dies ist der höchste Stand seit 2009. Dies ist unter anderem auf einen deutlichen Anstieg im Bereich der Betrugsdelikte zurückzuführen. Dort stieg die Zahl der Straftaten von 716 in 2014 auf 855. Einen Großteil davon machten die Erschleichungen von Leistungen, zum Beispiel Schwarzfahren aus, so Schwarzbard. "Da sind wir allerdings auf die Üstra angewiesen. Wenn viel kontrolliert wird, steigt auch automatisch die Zahl bei uns", so der KED-Leiter.

Ein Thema, das die Beamten in Laatzen immer mehr beschäftigt, ist die häusliche Gewalt. Im Vergleich zu 2013 hat sich die Zahl der Straftaten in Familien und Partnerschaften fast verdoppelt. Bei diesen "persönlichen Schicksalen", die die Kollegen dort erleben, spiele laut Schwarzbard häufig der Alkohol eine zentrale Rolle.

Auch in den Kriminalitätsfeldern, die das unmittelbare Sicherheitsempfinden der Bürger betreffen, sind die Zahlen teilweise gestiegen. Das Kommissariat registrierte mit 265 Körperverletzungen 45 mehr als im Jahr zuvor, die Zahl der Sexualdelikte, zu denen auch Belästigung und Mobbing im Internet zählen, stieg leicht von 14 auf 19 Fälle. Positiv hingegen ist die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen. Diese verringerte sich um 45 Prozent von 135 auf nur noch 74.

Erfreut zeigten sich die Beamten auch über die Aufklärungsquote. Diese erhöhte sich von rund 61 auf knapp 68 Prozent. "So einen hohen Wert hatten wir noch nie", freute sich Kommissariatsleiter Wollburg. Dabei stechen vor allem die Quoten in den Bereichen der körperlichen Gewalt und der Bettrugsfälle hervor. In diesen Kategorien konnten die Laatzener Beamten etwa 95 Prozent aller Straftaten aufklären.

msa, 10.03.2016, 15:52
Redakteure LON

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