Laatzen soll FairTrade-Stadt werden

Die Vermarktung und der Kauf von FairTrade-Produkten hilft laut der Ratsgruppe dabei, Hunger und Armut zu überwinden.

Laatzen. 

„Lokalpolitik ist auch Globalpolitik“, betont Ratsherr Andreas Quasten für die Ratsgruppe SPD, Grüne und GLuP. „Auch hier vor Ort kann Verantwortung für einen fairen Handel weltweit übernommen werden. Deshalb hat die Ratsgruppe den Antrag gestellt, Laatzen zu einer FairTrade-Stadt zu machen – einer Stadt des fairen Handels, die eine Vorbildfunktion übernimmt“. Quasten verweist darauf, dass vor kurzem z.B. auch die Stadt Garbsen dieses Gütesiegel bekommen hat. Hannover ist bereits seit 2010 dabei, als damals 13. von mittlerweile 396 Kommunen in Deutschland.

Um FairTrade-Stadt zu werden, muss eine lokale und überparteiliche Steuerungsgruppe gebildet werden, müssen einige Geschäfte und Gaststätten FairTrade-Produkte anbieten und auch Ämter, Vereine, Kirchengemeinden und Schulen usw. sollten auf fairen Einkauf achten. Vielfältige Angebote bietet der Einzelhandel bereits heute.

Durch fairen globalen Handel wird der Ausbeutung der Menschen in den afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern entgegengewirkt. Fairer Handel wirkt Lohndrückerei entgegen und Gewinne der Zwischenhändler werden ausgeschaltet. So können z.B. Schnittblumen aus Tansania, Wein aus Chile, Baumwolle aus Burkina Faso oder Gewürze aus Vietnam den Kleinbauern eine verbesserte Lebensgrundlage bieten. Zurzeit profitieren nur ca. sechs Millionen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika direkt vom fairen Handel, also deutlich weniger als 1 Prozent der Bevölkerung.

Eine Ausweitung des fairen Handels würde zu fair bezahlter Arbeit und besseren Lebensbedingungen führen. Die Vermarktung und der Kauf von FairTrade-Produkten hilft dabei, Hunger und Armut zu überwinden. Aber auch für das Klima kann man so etwas tun. Denn lange Transportwege schaden der Umwelt.

Die Ratsgruppe will erreichen, dass fair gehandelte Produkte verkauft bzw. gekauft werden und keine Waren, die auf Ausbeutung von Mensch und Natur basieren. Die Stadt soll keine Aufträge an Firmen vergeben, die Niedriglöhne zahlen oder schlechte Arbeitsbedingungen haben. Stattdessen sollen soziale und ökologische Kriterien an die Auftragsvergabe geknüpft werden. Quasten abschließend: „Wir als Ratsgruppe wollen für diese Ziele ein deutliches Zeichen setzen und hoffen auf einen entsprechenden Beschluss in der Ratssitzung am 3. März!“

bri, 16.02.2016, 16:02
Redakteure LON

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