Entdecken und Forschen tut Kindern gut

"Das Projekt Forscherzeiten ist eine tolle Ergänzung für unser Angebot": Christiane Hems Carnio (vorne), Leiterin des Familienzentrums Rethen, im Kreis von Initiatoren und Unterstützern.

Laatzen / Rethen. 

Kinder erleben die Welt im Spiel und die Kinder im Familienzentrum Rethen lernten die Welt in diesem Jahr auf besonders kreative Art und Weise kennen. Sie machten Experimente mit Reis, nahmen ein Blütenbad und hantierten mit Gel-Perlen. Die Betreuerinnen der Kinder hatten sich diese Angebote im Rahmen des Projektes "Forscherzeiten" überlegt. Die ungewöhnliche Materialen wecken die Neugierde der Kinder und das pädagogische Konzept des Projektes bot den kleinen "Entdeckern" viel Freiraum, um ihren Forschergeist auszuleben. Und das mit Erfolg.

"Wir haben festgestellt, dass das Konzept "Forscherzeiten" die Kinder durch eine qualifizierte Lernbegleitung beim Forschen und beim Spracherwerb gut unterstützt"", sagte Professor Stefan Brée von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim am gestrigen Dienstagabend bei der Abschlusspräsentation im Familienzentrum. Außerdem wirke das Format inklusiv und beziehe Kinder mit Handicap und/oder wenig Deutschkenntnissen mit ein. "Die Kinder helfen sich gegenseitig", so die Erfahrung von Forscher Brée. 

Im Februar hatten das Netzwerk Forscher-Kids Region Hannover, die HAWK und die Stadt Laatzen gemeinsam im Familienzentrum Rethen das fünfmonatige Projekt "Forscherzeiten" auf den Weg gebracht. "Das Familienzentrum eignete sich besonders gut, weil der Schwerpunkt Forschen bereits zum Konzept gehörte", erklärte Jürgen Köhne, Bürgermeister von Laatzen. Die Mitarbeiter der Krippe und der Kita wurde in einer Auftaktveranstaltung auf das Projekt vorbereitet. Ein Team von Experten begleitete das Projekt fortlaufend. Die Forscherszenen mit den Kindern wurden per Fotos und Videos dokumentiert. Es fanden sogenannte "Review"-Gespräche mit den Erzieherinnen statt, in denen sie ihr Verhalten reflektieren lernten.

Wir haben viel über die Kinder und über uns gelernt, so das Fazit der Erzieherinnen. Für die Kinder habe man einen passenden Rahmen geschaffen, in dem sie gleich "starten und anfangen konnten zu forschen". Das Team habe sich bewusst für ein Kleingruppen-Konzept bis maximal fünf Kindern entschieden. Der Kontakt zu den Kleinen sei so viel intensiver gewesen und man habe stärker auf die Signale der Kinder achten können. 

Zum Konzept des Familienzentrums Rethen gehörte 'Forschen' schon vor Projektbeginn zum Schwerpunkt. Während der "Forscherzeiten" hat sich der Blick gewandelt. So wurde das Labor zu einer Werkstatt umgestaltet, die Kindern andere Möglichkeiten der Entdeckens bietet. Künftig wollen die Erzieherinnen im Familienzentrum Rethen, den Kindern einmal im Monat den Raum geben, ganz bewusst zu forschen.

"Forscherzeiten" ist ein außerschulischen Angebot der Stifung "Haus der kleinen Forscher". Das Ziel ist, Naturwissenschaft, Mathematik und Technik von Anfang spielerisch zu vermitteln und begreifbar zu machen. "Forscherzeiten" richtet an Kindergartengruppen im Alter von sechs bis zehn Jahren. Dass man zum Forschen nie zu jung sein kann, zeigte das Pilotprojekt im Familienzentrum Rethen. Das Besondere war, dass hier auch Krippenkinder einbezogen wurden. "Es hat sich gezeigt, dass auch die kleinen Kinder davon profitieren, wenn sie forschen können", sagte Brée.

 

 

 

 

 

 

 

 

tri, 29.11.2016, 00:30
Redakteure LON

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