Asylbewerber bald in Turnhallen?

Jürgen Köhne: Haben Belastungsgrenze überschritten.Rund 500 Bürger hörten den deutlichen Worten des Bürgermeisters aufmerksam zu.

Laatzen. 

Sowohl in seiner Wortwahl als auch in seiner Tonlage wurde Bürgermeister Jürgen Köhne auf dem gestrigen Neujahrsempfang der Stadt Laatzen deutlich: "Die Grenzen der Belastung sind nicht, wie häufig gern in Interviews gesagt wird, fast erreicht - wir haben sie bereits überschritten." Köhne meinte damit die aktuelle Flüchtlingssituation.

Die Anzahl an aufzunehmenden Asylbewerbern bereite der Stadt "gewaltige Schwierigkeiten", erklärte er vor rund 500 Gästen im Leine-Center. 400 von ihnen werde Laatzen alleine im ersten Quartal des Jahres aufnehmen müssen - so viel, wie im gesamten letzten Jahr. In seiner Rede forderte er die Bundesregierung auf, endlich einen Kurswechsel in der Asylfrage durchzuführen, "egal mit welchen Instrumenten". Bis heute müsse Laatzen den Entwicklungen hinterherrennen, da bis heute für die Stadt "nichts wirklich planbar" sei.

Die Verwaltung habe deshalb damit begonnen, erklärte der Bürgermeister, "einen Notplan für die temporäre Nutzung von städtischen Gebäuden zu erarbeiten". Sollte es der Stadt nicht gelingen, ausreichend und rechtzeitig Plätze für die Asylbewerber in gekauften oder gemieteten Immobilien zu finden, müsse die Stadt auf städtische Gebäude "notgedrungen" und "vorübergehend darauf zurückgreifen". Ob der Bürgermeister damit die Inanspruchnahme von Turn- und Sporthallen meint, so wie es in Pattensen bereits geplant ist, blieb unbeantwortet. "Näheres dazu werden wir in den nächsten Tagen bekanntgeben", sagte Köhne.

msa, 18.01.2016, 00:01
Redakteure LON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?