Wie verändert sich die Infrastruktur?

Hemmingen. 

Zur Kommunalwahl stellte L.ON den Politikern Fragen zu Themen, die die Stadt Hemmingen bewegen. Jeden Tag wird eine Frage mit den Antworten der Kandidaten veröffentlicht:

Wie wird sich der Bau der B3 neu Ihrer Meinung nach auf die Infrastruktur der Stadt auswirken? Wie sehen Sie die Zukunft der neuen Fahrradstraßen?

SPD: Susanne Wienigk-Andreas

„Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist für uns ein wesentlicher Bestandteil unserer Politik. Mit der Verlegung der Bundesstraße 3, für die sich die SPD gegen viele Widerstände stets eingesetzt hat, wird die Wohnqualität der Anwohner der B3-alt durch die eintretende Verkehrsberuhigung entscheidend verbessert. Die damit verbundene Anbindung der Stadt Hemmingen an das Stadtbahnnetz erfüllt nun endlich eine zentrale Forderung der Hemminger Kommunalpolitik.

In diesem Zusammenhang werden wir uns für ein „intelligentes“ Nahverkehrskonzepteinsetzen zu entwickeln, um die Erreichbarkeit der Stadtbahn aus dem gesamten Stadtgebiet sicherzustellen. Auch städtebaulich werden sich weitere Chancen ergeben. Wir erwarten eine weitere Steigerung der Attraktivität des Standortes „Hemmingen“ mit Auswirkung auf Handel und Gewerbe. Im Zuge der notwendigen Planungen im Bereich des zukünftigen Endpunktes der Stadtbahn werden wir unser besonderes Augenmerk auf die städtebauliche Entwicklung und Neugestaltung des Ortszentrums Arnum richten. Neben dem Wert der Radwege für die Naherholung haben sie auch im innerstädtischen Verkehr eine wichtige Funktion. Darum werden wir die Erhaltung und den begonnene Ausbau sowie eine erforderliche Sanierung des Radwegenetzes weiter vorangetrieben und die Umsetzung des Radwegekonzeptes konsequent verfolgen.“

CDU: Ulff Konze

„Die B3neu ermöglicht der Stadt Hemmingen neue Chancen. Der Stadtbahnanschluss wird Hemmingen als Wirtschaftsstandort attraktiver machen. Der Rückbau muss gelingen. Wir sollten gelungene Beispiele in anderen Städten ansehen und gucken, was davon bei uns umsetzbar ist. Breite Rad- und Gehwege, Pflanzinseln, attraktiv gestaltetes Straßenbegleitgrün wären wünschenswert. Auch eine Bürgerbeteiligung ist denkbar. Es muss aber auch alles bezahlbar bleiben.

Fahrradstraßen stehen wir positiv gegenüber. Die von uns mitinitiierten ersten Fahrradstraßen in Hemmingen-Westerfeld im Köllnbrinkweg und im Klewertweg stoßen auf gute Akzeptanz. Weiteren Fahrradstraßen im Stadtgebiet stehen wir aufgeschlossen gegenüber.“

Grüne: Ulrike Roth

„Die B3 neu wird das Gesicht Hemmingens nachhaltig verändern und beeinträchtigen. Neben der Zerschneidung von Landschaft werden auch wichtige Wegebeziehungen gekappt. Der überdimensionierte Ausbau der Straße wird mehr Verkehr als bisher nach Hemmingen bringen. Die Weetzener Landstraße ist heute schon durch dichten Verkehr und den Rückstau vom Realkreisel belastet. Die zukünftige Anbindung über den neuen Deveser Kreisel wird die Situation verschärfen. Am Hohen Holzweg in Arnum sind ähnliche Probleme zu erwarten. Hier gilt es, unnötige Durchgangs- und Schleichverkehre aus Wohngebieten und der Ortsdurchfahrt herauszuhalten. Die Verlegung der B3 macht andererseits aber auch den Weg für die Stadtbahn frei. Der Anschluss von Hemmingen-Westerfeld an die Stadtbahn bietet eine neue Verkehrsinfrastruktur, die auch die Grundlage für weitere Siedlungsentwicklung im Bereich der Endhaltestelle darstellt. Für die Stadtmitte Arnum bieten sich im Zuge der B3 neu neue Gestaltungsmöglichkeiten. Der Anteil der Durchgangsverkehre wird hier weiterhin hoch liegen, da es nur am nördlichen und südlichen Bereich Arnums eine Anbindung an die B3 gibt. Eine Verödung der Ortsdurchfahrt, wie in vielen Gemeinden mit Ortsumgehung ist von daher nicht zu befürchten. Radverkehr ist klimaneutrale Mobilität und erhöht die Verkehrssicherheit insgesamt. Durch Fahrradstraßen wird Radfahrern ganz ausdrücklich Vorrang eingeräumt und der Radverkehr insgesamt gefördert. Wir setzen uns deshalb für die Ausweisung weiterer Fahrradstraßen ein. Viele Verkehrsteilnehmer wissen jedoch nicht, was sich hinter dem Begriff Fahrradstraße verbirgt. Hier gibt es noch weiteren Informationsbedarf bei Radfahrern wie auch bei Autofahrern.“

DUH: Wolf Hatje

„Nach Fertigstellung der B3 neu sehen wir als wesentliche Verkehrsprojekte die Gestaltung der B3 alt in den Stadtteilen Westerfeld mit der Anbindung an den Endpunkt der Stadtbahn und in Arnum, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in Devese und den anderen Stadtteilen sowie die Rad- und Fußwege. Bei den Vorhaben ist es sinnvoll, die Ideen und Gedanken der Anwohner und Nutzer in die Planung einzubinden. In den vergangenen Monaten hat es z.B. in Arnum verschiedene Workshops gegeben mit dem Ziel, Ideen und weitergehende Gedanken der Bürgerinnen und Bürger für die Gestaltung eines attraktiven Ortskerns in Arnum nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße zu entwickeln. Wir halten es für sinnvoll, hier ein ausgewogenes Verhältnis zu finden, das dem verbleibenden Verkehr, einem notwendigen Parkplatzraum, den Belangen von Fußgängern und Radfahrern sowie den Interessen der Anwohner und Geschäftsleuten gerecht wird.“

Einzelkandidat: Albrecht Beutnagel

„Verkehrsabhängige Gewerbetriebe werden sich verlagern, im Gegenzug entsteht die Chance zur Neuansiedlung von attraktiven Wohnraum/Büros mit guten Nahverkehrsanbindungen. Konsequente Fortführung der Fahrradstraßen bis zum Ortsende inklusiver Beleuchtung.“

cms, 10.09.2016, 00:42
Redakteure LON

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